Kreishandwerkerschaft und die Allianz pro Wohnungsbau

Ein breites Bündnis der Paderborner Wirtschaft setzt sich für eine positive Entwicklung der Stadt Paderborn, des allgemeinen und sozialen Wohnungsbaus, der regionalen Arbeitsplätze und der berechtigten Interessen von Handwerk und Mittelstand und deren Mitarbeiter ein. Die Allianz pro Wohnungsbau besteht aus der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, der IHK, dem Arbeitgeberverband, dem Spar- und Bauverein und dem Haus- und Grundeigentümer-Verein und kritisiert die Pläne der Wohnungsgesellschaft Paderborn. Hier erfahren Sie, worum es den Institutionen in erster Linie geht.

 

Warum engagieren sich das Handwerk, die Kreishandwerkerschaft und die in der Allianz zusammengeschlossenen Wirtschaftsverbände so vehement für privatwirtschaftliches Engagement beim Wohnungsbau in Paderborn?

 

Die Wohnungsgesellschaft Paderborn war bereits bei ihrer Gründung in 2018 umstritten. Letztlich war die Gründung ein politischer Kompromiss, um den Haushalt 2019 mehrheitlich beschließen zu können. Ursprünglich als Genossenschaft angedacht, wurde eine rein städtische GmbH errichtet.

Nach dem Ratsbeschluss: Vor wenigen Wochen wurde der Gesellschaft eine Monopolstellung beim Erwerb, beim Bau und beim Vermieten durch den Rat der Stadt Paderborn eingeräumt. Gleichzeitig wurde im Aufsichtsrat der Wohnungsgesellschaft beschlossen, dass die Umsetzung der ersten 240 Sozialwohnungen auf dem Gebiet der Allenbrook-Kaserne durch Generalplaner und Generalübernehmer stattfindet.

Im nächsten Schritt wurde bereits signalisiert, dass die Stadt Paderborn ihr so genanntes Erstzugriffsrecht bei allen Konversionsliegenschaften ausüben wird.

 

Was heißt diese Entwicklung nun für das Handwerk, für den Mittelstand, die Mitarbeiter, Planer, Architekten und nicht zuletzt auch weite Kreise von weiteren Dienstleistern, aber auch für den Wohnungsmarkt, für Sozialmieter und Mieter im freien Wohnungsbau?



1. Wohnungsbau vorantreiben, aber richtig
Die Ausgangssituation Wohnungsmarkt in Paderborn ist längst nicht so dramatisch zugespitzt wie sie dies in Großstädten Köln, Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt ist. Das Preisniveau ist sicherlich gerade in den letzten Jahren angestiegen, befindet sich aber immer noch weit unterhalb des Preisniveaus der vor genannten Städte. Die Bevölkerungszahl in Paderborn ist auf circa 150.000 angestiegen; ein weiterer Zuwachs ist gerade in den letzten Jahren nicht festzustellen. Eine verbessernde Wohnraumentwicklung muss daher sehr gezielt dort ansetzen, wo echte Bedarfe sind - insbesondere kann einem Preisanstieg durch ausreichend und genügend Flächen und ein breites Angebot begegnet werden. In der Vergangenheit war gerade die breite Grund- und Eigentümerstruktur in Paderborn der beste Garant Für eine moderate Mietentwicklung.

Wir fordern daher:
Die private, mittelständische Immobilien-Wirtschaft muss auch weiterhin Zugang zu den Konversionsflächen für den sozialen Wohnungsbau haben.


2. Investitionen in den Wohnungsbau muss Kreislaufwirtschaft sein.
Die mittelstandsfeindliche Beauftragung von Generalplaner und Generalunternehmer gefährdet Arbeitsplätze in Handwerk, Mittelstand, bei Architekten, Planern und Dienstleistern. Nicht zuletzt deshalb verlangt das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen eine mittelstandsfreundliche Vergabe von Bauleistungen. Öffentliche Investitionen müssen soweit es eben geht in der regionalen Wirtschaft umgesetzt werden. Das sichert Arbeitsplätze, Beschäftigung, qualitativ hochwertige Strukturen und nicht zuletzt die Steuereinnahmen der Stadt Paderborn. Kreislaufwirtschaft darf nicht nur für die Umwelt gelten, sondern auch und in erster Linie für die Menschen Paderborn.


3. Wer nicht gehört wird, muss lauter werden. In mittlerweile zahllosen Gesprächen und Gesprächsangeboten hat die „Allianz Pro Wohnungsbau“ leider bislang vergeblich versucht, den eingeschlagenen, falschen Weg zu korrigieren. Wir möchten daher, im Interesse eines guten Wohnungsbaus in Paderborn, aber auch im Interesse der Sicherheit von Arbeitsplätzen alle Unternehmer, Handwerker, Architekten, Planer, aber auch deren Mitarbeiter bitten, an geeigneter Stelle und in geeigneter Form, uns zu unterstützen.


Jedem im Handwerk ist klar, dass eine Generalplanung und ein Generalunternehmer bei diesen Investitionen dazu führt, dass höchstens noch 10-20 % der Aufträge von heimischen Handwerkern umgesetzt werden. Allein diese Tatsache einmal den Ratsmitgliedern deutlich zu machen, ist sinnvoll.