Der renommierte Seifriz-Preis geht in diesem Jahr nach Ostwestfalen: Wie jetzt bekanntgegeben wurde, werden Steinmetz Michael Diwo aus Paderborn und das Fraunhofer IOSB-INA aus Lemgo für das Projekt „StoneCrackMon“ mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. Die Zusammenarbeit ist aus dem Projekt „KIDiHa“ hervorgegangen, an dem neben dem Fraunhofer Institut auch die Fachhochschule des Mittelstands und die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe als Partner beteiligt sind. „Wir gratulieren herzlich zu dieser bedeutenden Auszeichnung und freuen uns, dass unser Innungsmitglied den Preis gewinnen konnte“, so Michael H. Lutter, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. „StoneCrackMon zeigt eindrucksvoll, welches Innovationspotenzial entsteht, wenn handwerkliche Praxiserfahrung und wissenschaftliche Expertise eng zusammenarbeiten. Diese Form des Wissenstransfers ist ein echter Gewinn für das Handwerk und ein wichtiges Signal für die Zukunftsfähigkeit unserer Betriebe.“

KI-System erkennt Schäden in historischen Objekten

Diwo und das Fraunhofer Institut haben sich vergangenes Jahr beworben und konnten die Jury mit ihrem Projekt überzeugen. Hinter „StoneCrackMon“ verbirgt sich ein KI-gestütztes Sensor-System, das dabei hilft, Schäden in historischen Objekten zu erkennen. Bisher werden Haarrisse im Stein von geschulten Bildhauern durch Sichtprüfungen und Klangproben festgestellt. Dieses Verfahren ist jedoch subjektiv und erfordert viel Erfahrung. „StoneCrackMon“ soll die Prüfung in Zukunft objektivieren. Das Vorgehen: Mit einem Hammer wird auf einen Stein geschlagen, die Geräusche werden von einem Mikrofon aufgezeichnet und von der KI in Echtzeit analysiert. Michael Diwo füttert das System derzeit mit realen Daten und leitet sie ans Fraunhofer Institut weiter – je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto präziser kann die KI den Stein auswerten. Ist das System vollständig ausgereift, könnte es junge Fachkräfte bei der Bewertung von Objekten unterstützen.

„StoneCrackMon“ wurde im Rahmen des Projekts „KIDiHa“ (Künstliche Intelligenz und Digital-Offensive für das HANDwerk in NRW) entwickelt. KIDiHa wird vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Projektpartner sind die Fachhochschule des Mittelstands (FHM), die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe und das Fraunhofer Institut.

Über den Seifriz-Preis

Der „Seifriz-Preis – Transfer Handwerk + Wissenschaft“ wird unter der Federführung von Handwerk BW durch den Verein Technologietransfer Handwerk e. V. in Zusammenarbeit mit handwerk magazin vergeben. Seit 30 Jahren prämiert er die erfolgreiche Zusammenarbeit von Handwerksbetrieben und Wissenschaftseinrichtungen. Ausgezeichnet werden innovative Projekte, die als inspirierendes Beispiel für andere Handwerksbetriebe dienen und einen realistischen wirtschaftlichen Nutzen mit sich bringen. Die diesjährigen Preisträger stellt handwerk magazin hier vor.

 

Bildunterschrift:
Steinmetz Michael Diwo (links) und Harry Fast vom Fraunhofer Institut testen das KI-System „StoneCrackMon“. (Foto: Fachhochschule des Mittelstands)