Auftrtagsvergabe muss kleine Betriebe berücksichtigen

Die Stadt Bad Salzuflen will ihre Gebäudewirtschaft neu ordnen und in einer eigenbetrieblichen Einrichtung zusammenfassen. Diese Entscheidung begrüßt die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. „Vor dem Hintergrund von Effizienz und Dynamik ist das eindeutig der richtige Entschluss“, betont Michael H. Lutter, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. Die Aus-gliederung sei aus Sicht des Handwerks völlig nachvollziehbar. Denn auch für die regionalen Handwerksbetriebe gehe eine derartige Professionalisierung Hand in Hand mit einer besseren Planbarkeit für Auftraggeber wie Auftragnehmer. Somit profitiere insbesondere auch die heimi-sche Wirtschaft von dem Vorhaben der Stadt Bad Salzuflen. „Gerade jetzt braucht es solche posi-tiven Signale für die vom Corona-Virus gebeutelten Unternehmen“, so Lutter.

Allerdings verknüpft der Hauptgeschäftsführer sein Lob für das Vorhaben des neu strukturierten städtischen Gebäudemanagementes auch mit der Erwartung, dass die Politik die flexiblen Mög-lichkeiten der im Juli 2020 reformierten kommunalen Vergabegrundsätze auch umsetzt. „Den Kommunen ist damit ein praktikables und wirksames Instrument an die Hand gegeben worden, um mit der Vergabe öffentlicher Aufträge in den Ausnahmejahren 2020 und im Jahr 2021 Un-ternehmen und Beschäftigung zu stützen“, fasst Lutter zusammen.

Die Reformen zielten dabei allesamt auf eine Flexibilisierung und Beschleunigung der Auftrags-vergabe. So können beispielsweise Direktaufträge für Bauleistungen bis zu einem Auftragswert von 15.000 Euro direkt vergeben werden. Zudem seinen beschränkte Ausschreibungen ohne Teilnahmewettbewerb für jedes Gewerk bis zu einem vorab geschätzten Einzelauftragswert von 750.000 Euro oder einem vorab geschätzten Gesamtauftragswert in Höhe von 1.250.000 Euro möglich. Freihändige Vergaben seien für jedes Gewerk sogar zulässig bis zu einem vorab ge-schätzten Einzelauftragswert von 75.000 Euro oder einem vorab geschätzten Gesamtauftrags-wert in Höhe von 125.000.

„Die Kommunen haben es jetzt dank der reformierten Vergabegrundsätze in der Hand, die regio-nale Wirtschaft in und nach der Pandemie zu unterstützen und die Konjunktur anzukurbeln“, so Lutter. Gerade jetzt sei es immens wichtig, die Unternehmensstrukturen vor Ort zu erhalten. Da-von profitiere nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Kommune. Schließlich seien es ja auch die heimischen Unternehmen, die hier ihre Gewerbesteuer zahlten, und darüber hinaus die für den Wohlstand der Region so wichtigen Arbeitsplätze zur Verfügung stellten. Allerdings spiele aktuell eben die Geschwindigkeit mit der die Aufträge bei den Firmen ankommen und umgesetzt werden eine zentrale Rolle: „Die Betriebe brauchen die Aufträge jetzt“, sagt Lutter.

 

 

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