Themen aus der Nachwuchsoffensive

Aktuelle Ausbildungszahlen im Handwerk

„Das Handwerk freut sich über zunehmendes Interesse“, bilanziert Aloys Buschkühl, stv. Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, die aktuelle Ausbildungssituation im Handwerk. Bundesweit ist es das vierte Jahr in Folge mit steigenden Ausbildungszahlen – und das entgegen dem Trend in der Gesamtwirtschaft. Insgesamt sind 4,9 Prozent mehr neue Ausbildungsverträge in die Lehrlingsrollen eingetragen worden als im Vorjahreszeitraum. Das ist der höchste Wert seit 2018. Im Kreis Lippe kann dieser Anstieg sogar getoppt werden: Gemeinsam mit den Betrieben freut sich die Kreishandwerkerschaft im August 2026 über neun Prozent mehr Azubis – und zwar 379 im Vergleich zu 349 im vergangenen Jahr.

Lippe freut sich über mehr Handwerksazubis

Geschäftsführerin Andrea Hegerbekermeier benennt die Gründe: „Es gibt keine KI, die Handwerksberufe ersetzen kann – wohl aber spannende Entwicklungen zu KI im Handwerk. Gleichzeitig bietet das Handwerk viele Aspekte, die für junge Menschen bei der Berufswahl wichtig sind: Teamorientierung, oft familiäre Strukturen, ein modernes Umfeld, gute Verdienstmöglichkeiten, vielfältige Karrierewege und Zukunftssicherheit.“

Besonders beliebt sind im Kreis Lippe traditionell die Ausbildung zum/zur Anlagenmechaniker/in für SHK-Technik, zum/zur Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik und zum/zur Kraftfahrzeugmechatroniker/in. Über steigende Ausbildungszahlen in ihrer Branche freuen sich darüber hinaus die Bäcker, Friseure und Tischler.

Paderborn liegt hinter starkem Vorjahr

Trotz der bundesweit positiven Entwicklung, liegt die Zahl der neuabgeschlossenen Ausbildungsverträge im Kreis Paderborn um neun Prozent hinter einem starken Vorjahr. Während im August 2025 481 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge erfasst wurden, waren es 2026 438. Eine gewisse Schwankung in den Ausbildungszahlen ist jedoch normal: „Wir beobachten schon lange einen Drei-Jahres-Rhythmus. Denn nicht jeder Betrieb bildet in jedem Jahr aus. Insbesondere kleinere Betriebe beschäftigen häufig nur einen Auszubildenden alle drei Jahre“, weiß Buschkühl. Tatsächlich war 2023 im Kreis Paderborn ebenfalls ein Jahr mit weniger Neuverträgen.

Weniger Ausbildungsplätze in einigen Gewerken

Hinzu kommen in diesem Jahr zwei weitere Faktoren: Den erheblichsten Einfluss hat der Umstand, dass Kfz-Betriebe im Kreis Paderborn deutlich weniger Ausbildungsplätze angeboten haben als in den Vorjahren, obwohl das Interesse bei den jungen Leute gerade an diesem Beruf hoch ist. So wurden in der Kfz-Branche bis August 2026 lediglich 94 anstatt 130 Neuverträge geschlossen (Kraftfahrzeugmechatroniker und Automobil-Kaufleute). Hinzu kommt der diesjährige, fehlende Abiturjahrgang. „Wir haben im Handwerk zwar nicht ausschließlich Abiturienten, aber einige sind es eben doch. Wir sehen zunehmend, dass junge Menschen vom Gymnasium einen Weg ins Handwerk wählen. Darüber freuen wir uns natürlich sehr.“ Rechnet man diese Faktoren aus den Zahlen heraus, liegt man statistisch beim Vorjahr.

Gleichzeitig freut sich das Team über einige sehr positive Entwicklungen: So gibt es in diesem Jahr 19 neue Auszubildende bei den Maurern und Stahlbetonbauern – in 2025 waren es nur acht. Auch das Maler- und Lackiererhandwerk kann sich über fast 60 Prozent mehr Azubis freuen (33 statt 21).

Vielfalt im Handwerk ausprobieren

Dass es einerseits mehr Bewerber als Ausbildungsstellen und in anderen Bereichen unbesetzte Ausbildungsplätze gibt, beschäftigt Buschkühl: „Dies führen wir auf berufliche und auch regionale Passungsprobleme zurück“ – wie bei den Kfz-Mechatronikern, bei denen es mehr Bewerber als Ausbildungsplätze gibt. Es ist wichtig, sich nicht zu früh auf ein spezielles Gewerk zu fokussieren, sondern im Zuge der Berufsorientierung die vielfältigen Möglichkeiten im Handwerk auszuprobieren: „Es gibt viele Handwerksberufe, die weniger bekannt sind, jedoch viel zu bieten haben“, so Buschkühl. Jungen Leuten rät er, sich vor der endgültigen Berufswahl auszuprobieren und verschiedene Optionen zu testen. Dabei steht auch die Kreishandwerkerschaft beratend zur Seite: „Unser Team der Ausbildungsoffensive engagiert sich seit über 15 Jahren dafür, junge Menschen durch eine intensive Berufsorientierung und individuelle Beratung auf ihrem Weg ins Handwerk zu begleiten. Dabei zeigen wir auch die Vielfalt der Möglichkeiten auf, um Passungsprobleme zu minimieren“, sagt Buschkühl. Dennoch lassen sich solche Schwankungen nicht komplett vermeiden.

„Wir möchten allen Betrieben Mut machen, die Kapazitäten in der Ausbildung hoch zu halten und die Fachkräfte von morgen engagiert auszubilden“, betont Buschkühl. Der Bedarf an Mitarbeitern ist groß. „Nur wer heute ausbildet, kann sich morgen über qualifizierte Fachkräfte freuen.“

 

Foto: www.amh-online.de

Kategorie(n): Aktuelles,Ausbildung
InnovationSPIN

Standort der Kreishandwerkerschaft im Kreis Lippe zieht nach Lemgo

Unsere Geschäftsstelle in Detmold schließt. Ab dem 19. Oktober 2026 finden Sie uns an unserem Standort im InnovationSPIN in Lemgo.

Folgende Abteilungen und Mitarbeiterinnen erreichen Sie im 2. OG des InnovationSPIN in der „Mach.Bar“:

Andrea Hegerbekermeier Geschäftsführerin

Telefon: 05261/66941-0

E-Mail: hegerbekermeier@kh-pl.de

Vera Reinecke Sekretariat Lippe

Telefon: 05261/66941-0

E-Mail: vera.reinecke@kh-pl.de

Sabine Schwarz und Erika Buttler Ausbildungsabteilung und Prüfungswesen Kreis Lippe

Telefon: 05261/66941-0

E-Mail: sabine.schwarz@kh-pl.de

              erika.buttler@kh-pl.de

 

Wichtig: Bitte beachten Sie die neuen Telefonnummern! Die Durchwahlen folgen.

Raphael Thomas wird ab Oktober in die Geschäftsstelle nach Paderborn wechseln. Dort ist er wie gewohnt telefonisch (05251/700-419) und per E-Mail (raphael.thomas@kh-pl.de) für Sie erreichbar.


Bitte beachten Sie:

Vom 12. bis 16. Oktober bleibt unser Büro aufgrund des Umzugs geschlossen. Bitte wenden Sie sich in dieser Woche mit Ihren Anliegen an die Kollegen der Kreishandwerkerschaft in Paderborn unter der Telefonnummer: 05251/700-0.

Ab Montag, 19. Oktober, sind wir wieder persönlich für Sie da – an unserem neuen Standort in Lemgo.

Hier vereinen wir zukünftig unsere Bildungsthemen unter einem Dach im InnovationSPIN: unsere Ausbildungsabteilung, Meisterkurse des tbz, die Nähe zu Lippe.Bildung und der TH OWL im selben Gebäude sowie zu weiteren Akteuren wie dem Lemgoer Fraunhofer-Institut auf dem Innovation Campus.

Wir freuen uns darauf, Sie bald im InnovationSPIN willkommen zu heißen und auch künftig für Sie und Ihre Anliegen im Kreis Lippe vor Ort zu sein.

Kategorie(n): Aktuelles

Zwei eindrucksvolle Tage: Seniorenausflug 2026 führte nach Thüringen

28 Teilnehmer, abwechslungsreiche Ausflugsziele und jede Menge gute Gespräche: Auch der diesjährige Seniorenausflug der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe war wieder eine rundum gelungene Tour. Unter der versierten Reiseleitung von Hauptgeschäftsführer a.D. Josef Tack ging es für die Gruppe am 15. und 16. September auf Entdeckungstour durch Thüringen und die angrenzenden Regionen.

Erste Station der zweitägigen Reise war Eisenach. Dort erhielten die Teilnehmer im Technologie- und Berufsbildungszentrum (TBZ) Eisenach spannende Einblicke, bevor es weiter nach Bad Liebenstein ging. Bei einer Führung durch das Schaubergwerk „Am Aschenberg“ wurde die unterirdische Welt des historischen Bergbaus erkundet.

Am Abend wartete mit Erfurt das nächste Highlight. Nach der Ankunft im Hotel ließ die Reisegruppe den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen im traditionsreichen Gasthaus „Christoffel“ ausklingen.

Der zweite Tag startete mit einer Führung durch die historische Erfurter Altstadt. Auch der imposante Erfurter Dom stand auf dem Programm. Anschließend ging es weiter nach Mühlhausen, wo sich die Gruppe bei einem gemeinsamen Mittagsimbiss stärken konnte.

Auf der Rückfahrt machte die Reisegruppe noch Halt in Göttingen. Bei einem individuellen Bummel blieb Zeit, die Universitätsstadt auf eigene Faust zu erkunden. Den geselligen Abschluss der Reise bildete ein gemeinsames Abendessen im „Hotel Stadt Bremen“ in Beverungen, bevor es zurück nach Paderborn ging.

„Es war wieder eine tolle Reise“, lautete das Fazit der Teilnehmer. Neben den interessanten Besichtigungen und Ausflugszielen stand vor allem das gemeinsame Erlebnis im Mittelpunkt. Gute Gespräche, viele persönliche Begegnungen und die gemeinsam verbrachte Zeit machten auch den diesjährigen Seniorenausflug zu einem besonderen Erlebnis.

Kategorie(n): Aktuelles

Cybersicherheitstag am 7. Oktober: mit KI, Notfallplan und praktischem Wissen gegen Cyberangriffe

Cyberangriffe, Datenverlust und IT-Ausfälle sind längst keine abstrakten Risiken mehr – auch Handwerksbetriebe können jederzeit betroffen sein. Um sich damit auseinanderzusetzen, wie Betriebe ihre digitale Infrastruktur besser schützen und somit hohe Folgekosten von Cyberangriffen vermeiden können, lädt die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe am Mittwoch, 7. Oktober 2026, zum 2. Cybersicherheitstag ein. Dieser findet von 11 bis 16 Uhr in den Räumen der Handwerksorganisation (Forum des Handwerks 1, 33098 Paderborn) statt.

Das Programm hat das Team der Abteilung Innovation und Technologietransfer praxisnah gestaltet: Den Auftakt bildet eine Keynote zum Thema „Hype oder Revolution? – Ob und wie sich Künstliche Intelligenz auf die IT-Sicherheit auswirkt“ von Kai Wittenburg (neam IT-Services GmbH), die durch ein Live-Hacking ergänzt wird. Anschließend können die Teilnehmer in zwei Durchläufen unterschiedliche Sessions besuchen. Dabei geht es um IT-Recht und Datenschutz, Cyberversicherungen, KI-Angriffsvektoren und -Instrumente sowie den stufenweisen Aufbau von Cybersicherheit und das richtige Handeln im Notfall.

„Cybersicherheit ist längst ein Thema, das jeden Handwerksbetrieb betrifft – unabhängig von seiner Größe. Unsere Innungsbetriebe müssen dabei nicht zu IT-Sicherheitsexperten werden. Sie müssen jedoch wissen, wo ihre Risiken liegen, welche Maßnahmen sinnvoll sind und was im Ernstfall zu tun ist. Genau dabei wollen wir als Kreishandwerkerschaft unterstützen: Wir bringen Betriebe mit kompetenten Ansprechpartnern zusammen und machen Wissen und konkrete Hilfestellungen zugänglich, die im betrieblichen Alltag unmittelbar weiterhelfen können“, sagt Geschäftsführer Markus Rempe.

Während der Veranstaltung sind zahlreiche Partner und Experten für persönliche Gespräche und individuelle Fragen vor Ort, darunter die NIS-2-Anlaufstelle NRW, Digital.Sicher.NRW, die Kreispolizeibehörde Paderborn, die Initiative Cybersicherheit im Handwerk sowie Fachleute aus den Bereichen IT, Versicherung und IT-Recht. Auch die Berater für Innovation und Technologie (BIT und Digi-BIT) der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe sind vor Ort.

Die Veranstaltung endet mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und anschließendem Netzwerken. Interessierte Innungsbetriebe melden sich bitte unter www.kh-online.de/veranstaltungen/ zu der kostenlosen Veranstaltung an. Fragen im Vorfeld können an bit@kh-pl.de gestellt werden.

Kategorie(n): Aktuelles,Digitalisierung

Vorsicht, „Dachhaie“!

Die Dachdecker-Innung Paderborn warnt aus aktuellem Anlass vor so genannten „Haustürgeschäften“. So komme es derzeit wieder vor, dass jemand an der Haustür schelle und sich als Dachdecker ausgebe. Zumeist älteren Mitbürgern würde dann erzählt, es sei nötig vor dem bevorstehenden Herbst die Dachrinnen zu reinigen und eventuelle Mängel zu beheben.

Der arglose Hauseigentümer lasse sich dann auf den Vorschlag ein, das Dach einmal genauer unter die Lupe nehmen zu lassen. Das Ergebnis dieser Nachschau steht allerdings bereits vorher fest: Der Zustand, so heißt es dann, sei erschreckend und zwinge geradezu zum Handeln. Allerdings könne man einen guten Preis machen, wenn sofort bar gezahlt werde.

„Uns wurde in dieser Woche von mehreren solcher Vorfälle berichtet“, so Aloys Buschkühl, stv. Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. „Lassen Sie sich auf solche Angebote nicht ein“, warnt Obermeister Jürgen Stangenberg. „Kein Dachdecker eines Innungsbetriebs erscheint unaufgefordert an einer Tür und bietet seine Dienste an.“

Welche Dachdecker-Betriebe der Innung angehören, können interessierte Verbraucher auf dieser Homepage nachschauen: https://www.kh-online.de/innungen/dachdecker-innung-paderborn/

Bild: www.amh-online.de (Ausschnitt)

Kategorie(n): Aktuelles

Handwerk würdigt Engagement von Familie Milde

Die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld und die regionalen Kreishandwerkerschaften würdigen in diesem Jahr Handwerksbetriebe in ganz OWL, in denen ehrenamtliches Engagement in besonderer Weise gelebt wird. Zu den ausgezeichneten Unternehmen gehört die Metallbau Milde GmbH in Bad Salzuflen.

Gemeinsam überreichten Peter Eul, Präsident der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, und Andrea Hegerbekermeier von der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe eine Urkunde und ein persönliches Anschreiben. Mit der Auszeichnung würdigen die Handwerkskammer und die Kreishandwerkerschaft insbesondere das ehrenamtliche Engagement von Metallbaumeisterin und Geschäftsführerin Annika Milde.

„Durch Ihr herausragendes Engagement und das Ihrer Mitarbeitenden leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Selbstverwaltung des Handwerks und für unsere Demokratie in Deutschland“, würdigte Kammerpräsident Peter Eul den Einsatz des Unternehmens. Annika Milde engagiert sich im Vorstand der Metall-Innung Paderborn-Lippe und übernimmt damit Verantwortung über den eigenen Betrieb hinaus. „Neben ihrem langjährigen Engagement im Vorstand liegt ihr besonders das Thema Ausbildung und Nachwuchsförderung am Herzen“, weiß Hegerbekermeier.

Die Metallbaumeisterin absolvierte 2006 ihren Meisterabschluss am Technologie- und Berufsbildungszentrum in Paderborn. Seit 2025 ist sie Geschäftsführerin des Familienunternehmens. Mit ihrer Arbeit in der Innung bringt sie sich zugleich für die Interessen ihres Gewerks und die handwerkliche Selbstverwaltung in der Region ein. Auch die Ausbildung gehört zum Selbstverständnis des Betriebs. Metallbau Milde bildet selbst Handwerkerinnen und Handwerker aus und trägt damit zur Sicherung des beruflichen Nachwuchses im Metallhandwerk bei. Gerade hat auch Annika Mildes Sohn seine Ausbildung im Metallhandwerk im elterlichen Betrieb begonnen, so dass die nächste Generation schon in den Startlöchern steht.

Seit Jahrzehnten in der Innung

Die Geschichte des Familienunternehmens reicht bis ins Jahr 1964 zurück, in seiner heutigen Form besteht der Betrieb seit 1985. Seitdem ist Metallbau Milde auch in der Innung der Kreishandwerkerschaft. Die Bauschlosserei fertigt individuelle Metallbauarbeiten und begleitet ihre Kundinnen und Kunden von der Planung und dem Aufmaß über die Fertigung bis zur Montage. Das Spektrum reicht dabei vom einzelnen Handlauf bis zu größeren Bauvorhaben.

Mit der diesjährigen Aktion würdigen die Handwerkskammer OWL zu Bielefeld und die Kreishandwerkerschaften in Ostwestfalen-Lippe insgesamt rund 1.200 ehrenamtlich aktive Handwerksbetriebe im Kammerbezirk. Die ausgezeichneten Betriebe erhalten ihre Urkunden postalisch. Ausgewählte Betriebe besucht Kammerpräsident Peter Eul gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der jeweiligen Kreishandwerkerschaft im Rahmen der gemeinsamen Sommertour persönlich vor Ort.

Kategorie(n): Aus den Innungen

Neue Prüfungsordnung für Bauberufe: Prüfertreffen bereitet Ausschüsse auf Änderungen vor

Paderborn/Lippe. Zum 1. August 2026 trat die neue Ausbildungsordnung für verschiedene Bauberufe in Kraft. Mit der Neuordnung ändern sich nicht nur Inhalte und Strukturen der Berufsausbildung, sondern auch die Anforderungen an das Prüfungswesen.

Eine wesentliche Neuerung betrifft den Ausbildungsberuf Maurer/-in: Künftig wird die Gesellenprüfung als gestreckte Prüfung durchgeführt. Sie besteht aus den Prüfungsteilen 1 und 2, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten während beziehungsweise am Ende der Ausbildung abgelegt werden. Auch für den Ausbildungsberuf Hochbaufacharbeiter/-in im Bereich Maurerarbeiten ergeben sich Änderungen im Prüfungsablauf und bei den Prüfungsanforderungen.

Um die Mitglieder der Paderborner und Lipper innungseigenen Gesellenprüfungsausschüsse frühzeitig auf die neuen Regelungen vorzubereiten, fand ein gemeinsames Prüfertreffen der Baugewerken-Innung Paderborn sowie Bau-Innung Lippe statt. Eingeladen waren neben den Ausschussmitgliedern auch die Ausbildungsmeister der Stufenausbildung Bau vom tbz Paderborn sowie die Sachbearbeiterinnen der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. Das Treffen bot den Prüfungsausschussmitgliedern die Möglichkeit, sich rechtzeitig mit den neuen Anforderungen vertraut zu machen und die Qualität der Prüfungen auch künftig sicherzustellen.

Im Mittelpunkt des Treffens standen die wichtigsten Neuerungen der Ausbildungs- und Prüfungsordnung. Zudem wurden offene Fragen geklärt, erste Erfahrungen ausgetauscht und die organisatorischen sowie fachlichen Vorbereitungen für die künftig durchzuführenden Prüfungen abgestimmt und beschlossen.

„Wir möchten uns frühzeitig mit den Veränderungen auseinandersetzen und gemeinsam dafür sorgen, dass die neuen Prüfungsverfahren gut vorbereitet und sicher umgesetzt werden“, so Ulrike Rhode, Leiterin ServiceCentrum Handwerk. Sie bedankte sich bei allen Prüferinnen und Prüfern ganz herzlich für den konstruktiven Austausch und deren Engagement, das zum einen die Prüfungsdurchführung in der Region als auch den erfolgreichen Abschluss der Ausbildungsverhältnisse ermögliche.

Kategorie(n): Aktuelles

KI-Showroom kommt in den Kreis Rhein-Erft

Der KI-Showroom für das Handwerk kommt in die Region Rhein-Erft. Vom 14.-18. September ist die interaktive Ausstellung aus dem Projekt KIDiHa in Frechen auf dem Campus der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) zu Gast. In geführten Rundgängen werden KI-Anwendungen und Praxisbeispiele speziell für das Handwerk vorgestellt, Fragen beantwortet und Informationen gegeben. Freundlich unterstützt wird KIDiHa von der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft.

Wie kann Künstliche Intelligenz das Handwerk unterstützen? Welche Anwendungen gibt es bereits heute – und was können sie im Betriebsalltag leisten? Beispiele dafür zeigt der KI-Showroom für das Handwerk aus dem Transferprojekt KIDiHa. 

Handwerkerinnen und Handwerker, Azubis, Vertreterinnen und Vertreter der Handwerksorganisationen, aber auch allgemein am Thema Interessierte, sind herzlich eingeladen. Ausprobieren, Fragen stellen und Ideen für den eigenen Betrieb mitnehmen – darum geht es bei KIDiHa.

Eröffnung der Ausstellung:
Montag, 14. September 2026 | 14:00 Uhr

Geführte Rundgänge:
Dienstag, 15. bis Freitag, 18. September 2026, jeweils 9:00 Uhr, 12:00 Uhr und 14:30 Uhr

Bei den Rundgängen erfahren die Besucher mehr über die einzelnen Stationen, konkrete Anwendungsbeispiele und Einsatzmöglichkeiten von KI im Handwerk.

Hier geht es zur Anmeldung: Ausstellung KIDiHa – KI für das Handwerk | KH Seminare

Veranstaltungsort:
Fachhochschule des Mittelstands (FHM) – Campus Frechen
Kölner Str. 33
50226 Frechen

Das Projekt KIDiHa ist gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen. Alle Infos zum Showroom, den ausgestellten Tools und Praxisbeispielen finden Sie hier.

Kategorie(n): Digitalisierung

Bäcker und Fleischer lassen ihre Produkte testen

Frisches Brot und duftende Bratwürstchen lockten diese Woche viele Passanten zum Stand der Bäcker- und Fleischer-Innung Paderborn-Lippe vor dem Paderborner Rathaus. Die Innungsbetriebe stellten sich wieder der jährlichen Brot- und Wurstprüfung und boten ihre Produkte den Bürgern zur Verkostung an. Gleichzeitig wurden die Brote und Würstchen von Experten direkt auf dem Rathausplatz bewertet. Die freiwillige Selbstkontrolle sei eine gute Gelegenheit, um die eigenen Produkte testen zu lassen und sich ehrliches Feedback einzuholen, betont Obermeister Mickel Biere. Durch die Prüfung mitten in der Paderborner Innenstadt können die Betriebe gleichzeitig ihr Handwerk in der Öffentlichkeit präsentieren und Sichtbarkeit schaffen. Auch die Ausbildungsoffensive der Kreishandwerkerschaft war an dem Tag vor Ort, um Interessierte über eine Ausbildung im Bäcker- und Fleischerhandwerk zu informieren.

140 Brote auf dem Prüfstand

Insgesamt nahmen 12 Innungsbäckereien teil und reichten 140 verschiedene Brote zur Prüfung ein. Getestet wurden die Brote von Michael Isensee, Brotprüfer beim Deutschen Brotinstitut. Für die eingereichten Proben benötige er insgesamt vier Tage, da er maximal 50 Brote pro Tag zuverlässig testen könne. Es handelt sich um eine sensorische Prüfung, bei der es ums Fühlen, Sehen, Riechen und Schmecken geht. Auf dem Rathausplatz erklärt Isensee, wie er bei seiner Arbeit vorgeht: „Wir haben verschiedene Kriterien, die überprüft werden. Man fängt bei der Optik an, dann kommt die Kruste, die Krume, die Textur, der Geruch und abschließend der Geschmack bzw. das Aroma.“ Für jede der Kategorien werden Punkte vergeben. Je nachdem wie viele Punkte ein Brot erreicht hat, wird es mit „sehr gut“, „gut“ oder „nicht prämiert“ bewertet. Das Besondere: Brote, die dreimal in Folge ein „sehr gut“ erhalten, werden mit einer Goldurkunde ausgezeichnet.

Bäckermeister Mickel Biere unterstreicht, warum die Prüfung für die Betriebe wichtig ist: „Wir geben unsere Brote gerne dem Brotprüfer, der die Produkte auf Herz und Nieren testen und uns sagen kann, was gut ist und was wir besser machen können.“ Ebenso wertvoll sei der direkte Kontakt zu den Passanten, die das Angebot zahlreich annahmen und die Brote direkt vor Ort probierten.

Bratwürste im Geschmackstest

Auch die Fleischer hatten an ihrem Stand nebenan regen Zulauf. Elf verschiedene Wurstsorten konnten die Besucher verkosten und auf einem Bewertungsbogen beurteilen. Fleischermeister und Ehrenobermeister Dieter Krügermeier, Fleischermeister Klaus Fischer und Lebensmittelexperte Markus Krüger testeten die Würstchen ebenfalls mit geschultem Blick und langjähriger Erfahrung. Worauf es bei ihrer Prüfung ankommt, verraten die drei Profis: „Zunächst geht es um das Aussehen, bei der Bratwurst speziell um die Bräunung. Anschließend wird die Wurst angeschnitten. Hier ist der erste Eindruck ganz wichtig, um den Geruch beurteilen zu können.“ Weiter gehe es mit dem Geschmack, der Konsistenz und der Textur der Wurst.  

Sowohl die Beurteilung der Prüfer als auch die Meinung der Bürger fließen in die Endbewertung der Fleischprodukte ein. Das sei wichtig, denn jeder Mensch habe einen anderen Geschmack und unterschiedliche Vorlieben, wie die perfekte Bratwurst sein müsse, erklärt Dieter Krügermeier.

Hybride Produkte liegen im Trend

Andreas Grämmel, stellvertretender Obermeister, weiß um den hohen Stellenwert der Bratwurst in der Region. Seit einiger Zeit beobachtet er zudem einen neuen Trend in seinem Handwerk: „Hybride Produkte sind momentan sehr gefragt. Also Würstchen mit Gemüse, wie beispielsweise Tomaten und Paprika oder Jalapeños und Habaneros für eine gewisse Schärfe.“ Ein Gemüseanteil von bis zu 35 Prozent sei machbar. Der Trend habe gesundheitliche und geschmackliche Gründe und komme bei den Kunden gut an. Gleiches kann Mickel Biere aus seinem Gewerk berichten: „Die Bäcker kreieren immer häufiger Hybridbrote mit Gemüse oder Früchten, wie Tomaten, Paprika, Lauch oder Cranberrys. Wir probieren immer gerne etwas Neues aus.“

Ergebnisse online

Das erste Urteil der Besucher und Prüfer fällt durchweg positiv aus: „Sehr lecker. Wenn jede Wurst so gut schmecken würde“, lacht ein Passant. Die Bratwürste wurden durchgehend mit „sehr gut“ bewertet. Die Ergebnisse der Brotprüfung sind unter www.brotinstitut.de abrufbar. Hier können Interessierte gezielt nach Bäckereien in ihrer Umgebung suchen und die Ergebnisse der geprüften Brote einsehen.

Impressionen von der Brot- und Wurstprüfung gibt es in der Bildergalerie.


Bildunterschrift (v.l.): Markus Krüger, Dieter Krügermeier, Klaus Fischer, Sebastian Müller, Manni Strate, Michael Isensee (Deutsches Brotinstitut), Andreas Grämmel (stv. Obermeister), Mickel Biere (Obermeister) und Regina Peters bieten den Passanten vor dem Paderborner Rathaus ihre Produkte an.

Kategorie(n): Aus den Innungen

ZUNFT+ bringt Handwerk und KI ins Gespräch

Digitalisierung und KI im Handwerk werden dann spannend, wenn sie nicht nur theoretische Möglichkeiten eröffnet, sondern bei ganz konkreten Herausforderungen im Betriebsalltag ansetzt. Genau darum ging es beim ersten gemeinsamen Austauschformat des Projekts ZUNFT+.  Das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt ZUNFT+ unterstützt kleine Handwerksbetriebe in den Kreisen Höxter, Paderborn und Lippe dabei, passende digitale und KI-gestützte Lösungen für ihre individuellen betrieblichen Herausforderungen zu identifizieren und deren Einführung zu begleiten.  

In den Räumlichkeiten des InnovationSPIN in Lemgo kamen Projektmitarbeitende der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Bielefeld, der Kreishandwerkerschaft Höxter-Warburg und der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe mit teilnehmenden Handwerksbetrieben aus dreizehn unterschiedlichen Gewerken zusammen. Im Mittelpunkt standen dabei nicht fertige Lösungen oder bestimmte Tools, sondern die Menschen und ihre Erfahrungen aus dem betrieblichen Alltag. 

Zum Auftakt wurde deutlich: Künstliche Intelligenz ist längst kein reines Zukunftsthema mehr. Auch für das Handwerk bietet KI vielfältige Möglichkeiten, Arbeitsabläufe zu vereinfachen, Zeit zu sparen, Wissen besser nutzbar zu machen und Betriebe bei ihren täglichen Herausforderungen zu unterstützen. 

Nach einer Vorstellung des Projekts ZUNFT+ und seiner Struktur erhielten die Teilnehmenden zunächst einen Einblick in die wissenschaftliche Betrachtung des Themas „KI und Handwerk“. Dabei wurde auch deutlich, dass der Einsatz von KI nicht bei großen, technisch komplexen Lösungen beginnen muss – bereits kleine, gezielte Anwendungen können einen spürbaren Mehrwert schaffen. Markus Rempe, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, brachte einen wichtigen Gedanken auf den Punkt: „Kein Bedarf ist zu klein, um ihn nicht im Projekt ZUNFT+ zum Thema zu machen.“ Denn genau hier setzt das Projekt ZUNFT+ an: Nicht die Technik soll den Takt vorgeben, sondern die konkreten Herausforderungen des einzelnen Betriebes. 

Im Anschluss gaben die Erkenntnisse aus den bisherigen Gesprächen mit den Betrieben einen ersten Einblick in die unterschiedlichen Bedarfe und Herausforderungen. 

Nach dem gemeinsamen Projekt- und Fachinput ging es deshalb in die praktische Diskussion: An verschiedenen Thementischen, die beispielsweise die Umsatzsteigerung oder Angebotserstellung in den Fokus rückten, konnten die Betriebe ihre individuellen Anliegen vertiefen und Erfahrungen austauschen. Dabei entwickelte sich schnell ein lebhafter Austausch. Die Teilnehmenden diskutierten mit ihren Sitznachbarn über Herausforderungen aus dem eigenen Betriebsalltag, gaben Erfahrungen weiter und konnten sich gegenseitig Anregungen und Lösungsansätze mit auf den Weg geben. Gerade dieser direkte Austausch zwischen Betrieben erwies sich als besonders wertvoll: Denn häufig steht ein anderer Betrieb vor einer ganz ähnlichen Herausforderung – und hat möglicherweise bereits eine passende Lösung oder zumindest einen hilfreichen Ansatz gefunden. So wurde aus dem Austauschformat keine reine Informationsveranstaltung, sondern ein Dialog auf Augenhöhe: Was beschäftigt die Betriebe wirklich? Wo drückt der Schuh? Und an welchen Stellen kann ZUNFT+ konkret unterstützen? 

Ein weiteres Highlight war die Möglichkeit, den Showroom des vom Land NRW geförderten Projektes KIDiHa zu besichtigen. Dort konnten die Teilnehmenden digitale Lösungen und Anwendungen kennenlernen, die bereits heute für den Einsatz in Betrieben zur Verfügung stehen. 

Auch nach dem offiziellen Teil rissen die Gespräche nicht ab. Bei einem gemeinsamen Essen wurde weiter diskutiert. Für viele Teilnehmende bot der Abend damit nicht nur neue Impulse rund um KI und Digitalisierung, sondern auch die Möglichkeit, Kontakte zu anderen Betrieben und den Projektmitarbeitenden zu vertiefen. Der erste gemeinsame Austausch im Rahmen von ZUNFT+ hat damit vor allem eines gezeigt: Das Interesse an konkreten Lösungen ist da – und die Bereitschaft, voneinander zu lernen. Nun gilt es, die gesammelten Bedarfe weiter zu konkretisieren und gemeinsam mit den Betrieben herauszufinden, welche digitalen und KI-gestützten Lösungen im jeweiligen Arbeitsalltag tatsächlich einen Mehrwert schaffen können. 

 

Kategorie(n): Digitalisierung
KH Paderborn Lipp