Ticket für ein erfülltes Berufsleben: 677 Handwerksgesellen losgesprochen
Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe feiert erfolgreichen Fachkräftenachwuchs.
Am Samstag, 30. August, feierte das Handwerk im Paderborner Schützenhof seinen frisch gebackenen Nachwuchs: 677 Gesellinnen und Gesellen – darunter 348 aus dem Kreis Paderborn, 306 aus dem Kreis Lippe sowie 23 aus der Kfz-Branche des Kreises Höxter – erhielten an diesem Tag ihren Gesellenbrief und wurden vor einer großen Kulisse in festlichem Ambiente „losgesprochen“, wie es im Handwerk heißt. Besonders geehrt wurden dabei die jeweiligen Innungsbesten.
Mit einem lockeren Interview, geleitet von Moderator Jürgen Lutter, begrüßten Kreishandwerksmeister Mickel Biere und Hautgeschäftsführer Michael Lutter (Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe) die anwesenden Gäste: Neben den erfolgreichen Junghandwerkern und deren Familien, waren viele Vertreter aus den Ausbildungsbetrieben und Berufsschulen, Prüfer sowie Repräsentanten aus den Handwerksorganisationen und Innungen zum Gratulieren gekommen. Doch im Mittelpunkt standen die Gesellinnen und Gesellen.
„Hinter Euch liegen drei oder sogar dreieinhalb Jahre harter Arbeit mit viel Anstrengung und einem tollen Abschluss“, blickte der Kreishandwerksmeister zurück. In dieser Zeit hätten die jungen Handwerker praktische Erfahrungen in den Ausbildungsbetrieben gesammelt, die theoretischen Grundlagen für die Ausübung des Berufs in der Berufsschule erworben und wichtige Fertigkeiten in den überbetrieblichen Schulungen erlernt. Möglich sei dies dank der großen Ausbildungsbereitschaft der ca. 1.100 Handwerksbetriebe in Paderborn und Lippe, betonte Hauptgeschäftsführer Lutter. Darüber hinaus hob er das große Engagement der zahlreichen Prüfer hervor, die diese wichtige Aufgabe allesamt ehrenamtlich erfüllen. In den innungseigenen Prüfungsausschüssen der Kreishandwerkerschaft in Paderborn und Lippe engagieren sich über 320 Prüfer. „Euch allen gilt unser großer Dank!“
Bevor die jungen Gesellen offiziell losgesprochen wurden, unterstrichen Biere und Lutter noch einmal die Attraktivität der Handwerksberufe: Handwerk sei familienfreundlich, voller Teamarbeit, mit coolen Aufträgen und immer neuen, spannenden Herausforderungen. Gleichzeitig garantiere das Handwerk abwechslungsreiche, zukunftssichere Arbeitsplätze in einem modernen Setting voller Innovationen und vielfältiger Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zum eigenen Betrieb. „Handwerk ist einzigartig, begeisternd und unentbehrlich“, fasste Lutter zusammen.
Gesellen beschreiben, was Handwerk ausmacht
Ihre Leidenschaft für das Handwerk brachten die Innungsbesten auch selber zum Ausdruck. So empfindet Kfz-Mechatronikerin Nuria Claes, die ihre Ausbildung im Autohaus Heinrich ROSIER in Paderborn absolvierte, technische Innovationen und die Abwechslung in ihrem Handwerk als besonders reizvoll: „Den technischen Fortschritt, den man z. B. sehr gut an den Assistenzsystemen sieht, finde ich sehr spannend. Außerdem gefallen mir die vielen verschiedenen Aufgaben. Zurzeit bilde ich mich zur Hochvolt-Expertin fort und möchte danach gerne Technikerin und Meisterin werden.“ Für Zimmerer Marvin Lüke (Ausbildungsbetrieb Udo Förster, Hövelhof), sind es auch Tradition und Handwerksehre, die den Beruf besonders machen: „Die Zimmerei ist ein traditionsreicher Beruf, der vom Richtfest über die Kluft und Prinzipien gelebt wird. Auf der Firstpfette stehen und über alle Dächer hinwegsehen bringt ein Gefühl von Stolz und Freiheit. Mein Ziel ist der Meistertitel und nie den Spaß an der Arbeit zu verlieren!“ Bäckerin Joceline Grote (Ausbildungsbetrieb Oliver Güttge, Lemgo) beschreibt: „Das Bäcker-Handwerk ist für mich Kreativität und Leidenschaft. In der Backstube ist jeder Tag individuell und bietet stets neue Herausforderungen. Ich freue mich zu sehen, was ich mit meinen Händen geschaffen habe. Fest steht: Ich will in diesem Beruf bleiben, den Meistertitel erlangen und mich selbstständig machen.“ Anlagenmechaniker Till Drüke (Ausbildungsbetrieb K. Krenzer Versorgungstechnik GmbH & Co. LH, Schieder-Schwalenberg) fasziniert auch der Blick über den Tellerrand: „Man bekommt aus jedem Handwerk zusätzlich etwas mit und lernt zahlreiche Methoden sowie Techniken auf unterschiedlichen Baustellen. Es gibt immer wieder Überraschungen, die zu bewältigen sind. Ich möchte mich fortbilden und auch im Bereich Planung weitere Erfahrungen sammeln.“
Die Große Lossprechungsfeier bot für den offiziellen Übergang von der Lehrzeit ins Berufsleben als Profi einen glanzvollen Rahmen vor weit über 1.000 Gästen. Für das Unterhaltungsprogramm sorgten in diesem Jahr die Stereotypen, die ihr Improvisationsprogramm spontan und humorvoll auf das Handwerk zugeschnitten hatten und durch Zurufe aus dem Publikum gestalteten. Darüber hinaus sorgte eine Selfie-Ecke für fröhliche Erinnerungen. „Genießt Euren Erfolg und bleibt mit Spaß und Leidenschaft dabei“, wünschte Kreishandwerksmeister Mickel Biere dem Handwerksnachwuchs.
Alle Namen der erfolgreichen Gesellinnen und Gesellen finden Interessierte hier: kh-online.de/grolo-2025.