Unternehmerfrauen tauchen in die Welt der modernen Kfz-Technik ein
Die Unternehmerfrauen im Handwerk waren gestern im Autohaus Mühlenbein + Sohn GmbH in Detmold zu Gast und nahmen dort an einem Auto-Basic-Workshop teil. Begrüßt wurden die Damen durch Geschäftsführer Stefan Arlt, der sich viel Zeit nahm, um den Teilnehmerinnen spannende Einblicke in wichtige Grundlagen und Besonderheiten rund ums Auto zu geben. So vermittelte er unter anderem umfangreiche Informationen zu verschiedenen Antriebssystemen, erläuterte die E-Mobilität, hob die Wichtigkeit von Wartungen hervor und schilderte anhand von Fahrzeugmodellen die Technik und modernste Innovationen. Zudem zeigte er die Unterschiede von Wartungsteilen im Neu- und Gebrauchszustand auf und erläuterte ganz praktisch die Funktion eines Reifenpannenkits. Im Anschluss konnten die Unternehmerfrauen bei einem Radwechsel live dabei sein und auch selbst mit anpacken.
Die Teilnehmerinnen waren äußerst interessiert bei der Sache und stellten viele Fragen. Nach rund drei Stunden verließen sie mit zahlreichen neuen Erkenntnissen das Autohaus und waren sich einig: Es war ein sehr informativer Abend mit vielen wertvollen Impulsen.
Vielen Dank an Stefan Arlt und sein Team, die für einen herzlichen Empfang sorgten und den Unternehmerfrauen einen umfangreichen Einblick in die Welt der modernen Kfz-Technik boten.
Digitalisierung im Betriebsalltag – Infoveranstaltung stößt auf großes Interesse
Unter dem Titel „Digitalisierung zum Anfassen – Wie Microsoft Teams mit einfachen Mitteln meinen Betrieb digitalisiert“ fand jetzt eine Informationsveranstaltung der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe in Zusammenarbeit mit dem IWT-Institut statt. Rund 50 Teilnehmende aus Handwerksbetrieben informierten sich über aktuelle Entwicklungen rund um Digitalisierung, moderne Zusammenarbeit und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unternehmensalltag.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Betriebe digitale Werkzeuge praxisnah und ohne große Einstiegshürden nutzen können. Anhand konkreter Beispiele wurde aufgezeigt, wie Microsoft Teams und Microsoft 365 dabei unterstützen können, Kommunikationswege zu vereinfachen, Informationen zentral bereitzustellen und Arbeitsabläufe transparenter zu gestalten. Thematisiert wurden unter anderem digitale Baustellenkommunikation, gemeinsame Dokumentenablagen, Aufgabenmanagement sowie die bessere Abstimmung zwischen Büro, Werkstatt und Baustelle.
Darüber hinaus wurde deutlich gemacht, dass Digitalisierung weit mehr bedeutet als die Einführung neuer Software. Entscheidend seien vor allem klare Prozesse, strukturierte Informationen und die aktive Einbindung der Mitarbeitenden. Viele Betriebe stünden derzeit vor ähnlichen Herausforderungen: steigende Bürokratie, Fachkräftemangel, hohe Informationsflut und zunehmender Zeitdruck. Digitale Werkzeuge könnten dabei helfen, Reibungsverluste zu reduzieren und wertvolle Zeit im Arbeitsalltag einzusparen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den aktuellen Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz. Die Teilnehmenden erhielten einen Überblick über Möglichkeiten und Grenzen von KI-Anwendungen im Mittelstand und Handwerk. Vorgestellt wurden unter anderem KI-gestützte Assistenten zur Dokumentenerstellung, Wissensaufbereitung und Unterstützung administrativer Tätigkeiten. Gleichzeitig wurden auch Themen wie Datenschutz, Datensicherheit und der verantwortungsvolle Umgang mit KI angesprochen.
Die Veranstaltung bot neben fachlichen Impulsen auch Raum für Austausch und Diskussion. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, eigene Erfahrungen und Fragestellungen einzubringen. Besonders das praxisnahe Format sowie die direkte Übertragbarkeit der Beispiele auf kleine und mittlere Unternehmen wurden positiv aufgenommen.
Referent der Veranstaltung war Dipl.-Ing. (FH) Ingo Pläster, MBA vom IWT-Institut für Wirtschaft und Technik in Lemgo , Hacer Ritzler-Engels und Bastian Kallenbach, Berater für Innovation und Technologie (BIT) der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe.
Kontakt:
Hacer Ritzler-Engels Beraterin für Innovation und Technologie (BIT)
Mobil: 0152-09092635
E-Mail: hacer.ritzler-engels@kh-pl.de
Bastian Kallenbach
Berater für Innovation und Technologie – Schwerpunkt Digitalisierung (Digi-BIT)
Mobil: 0151-12965976
E-Mail: bastian.kallenbach@kh-pl.de
Projekttag Handwerk an der Heinrich-Drake-Ganztagsschule Lemgo begeistert Schülerinnen und Schüler
Wie vielfältig und attraktiv das Handwerk ist, konnten die Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Drake-Ganztagsschule in Lemgo beim Projekttag Handwerk eindrucksvoll erleben. Die Veranstaltung wurde von der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe gemeinsam mit dem zdi-Zentrum Lippe.MINT organisiert und richtete sich an die Klassen 9 und 10 sowie die Oberstufe.
An verschiedenen Stationen präsentierten sechs Handwerksgewerke ihre Arbeitswelt: KFZ-Mechatroniker, Metallbauer, Friseure, Dachdecker, Tischler und Maler. Die Jugendlichen konnten nicht nur zusehen, sondern selbst anpacken – ob beim Fräsen, Schrauben, Schneiden oder Schleifen. Dabei standen Auszubildende und Handwerksmeister Rede und Antwort und gaben authentische Einblicke in ihren Berufsalltag.
„Der Projekttag macht die Vielseitigkeit und die Chancen des Handwerks unmittelbar erlebbar“, betonte Maria Keck von der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. „Unsere Betriebe zeigen hier nicht nur ihre Ausbildungsberufe, sondern knüpfen direkt Kontakte zu potenziellen Nachwuchskräften. Für die Betriebe ist das eine hervorragende Gelegenheit, engagierte Jugendliche kennenzulernen und für Praktika oder Ausbildungsplätze zu gewinnen.“
Das Konzept des Projekttages folgt einer klaren Struktur: Jede Klasse durchlief in 45-Minuten-Blöcken mindestens drei Berufsstationen. Die Schüler informierten sich im Vorfeld über die Berufsbilder und konnten vor Ort gezielte Fragen stellen. Ziel ist es, Zeit und Raum für Gespräche zu schaffen, Hemmschwellen abzubauen und Interesse an einer Ausbildung im Handwerk zu wecken.
„Für die Schülerinnen und Schüler ist dieser Tag besonders wertvoll, weil sie praktische Erfahrungen sammeln und Berufe ganz real erleben können“, erklärte Thomas Mahlmann vom zdi-Zentrum Lippe.MINT. „Das stärkt nicht nur ihre Berufsorientierung, sondern auch die Verbindung zwischen Schule und Wirtschaft. Theorie und Praxis greifen hier perfekt ineinander.“
Der Projekttag Handwerk verdeutlicht, wie wichtig praxisorientierte Berufsorientierung für junge Menschen ist. Die Begeisterung der Teilnehmenden zeigte, dass das Handwerk mit seiner Bandbreite an kreativen, technischen und gestalterischen Berufen eine echte Zukunftsperspektive bietet.
Bildunterschrift:
Freuen sich über eine erfolgreiche Veranstaltung: (v.l.) Thomas Mahlmann (zdi-Zentrum Lippe.MINT), Maria Keck (Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe), Inge Dreier-Niedertopp (Heinrich-Drake-Ganztagsschule), Petra Geis (Schulleitung Heinrich-Drake-Ganztagsschule), Klaus Naber (stellv. Schulleitung Heinrich-Drake-Ganztagsschule).
Mit helfenden Händen gehen die Lichter an: Statt Ausbildungsabbruch ein nahtloser Übergang
Manchmal sind die Wege verschlungen, doch wenn am Ende alles gut wird, dann haben viele helfende Hände für das Richtige gesorgt! Bei dem 19-Jährigen Alex Forat aus Lage erschien die Ausbildungssituation nicht nur unbefriedigend, sondern sogar aussichtslos. Und dann kamen unterstützende Partner zur Seite: die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn, die Passgenaue Besetzung der Ausbildungsoffensive der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, und last but not least, ein Arbeitgeber, der selbst weiß, wie es ist, wenn man in einer beruflichen Sackgasse zu stecken scheint.
Christoph Grauting, Gründer und Geschäftsführer der multisenses GmbH in Lage, hatte Elektrotechnik studiert, als er das Studium abbrach, und im Alter von 24 Jahren vor nunmehr genau einem Jahrzehnt seinen Elektrofachbetrieb gründete. Inzwischen beschäftigt der Selfmade-Mann dreißig Köpfe. „In der Theater- und Veranstaltungstechnik groß geworden und an der Elektro- und Gebäudetechnik gewachsen, hat sich unser Unternehmen als Spezialist für die LED-Umrüstung, Beleuchtungstechnik und die Integration innovativer Steuerungstechnik etabliert“, so Grauting. „Wir wachsen kontinuierlich, und sind jederzeit an neuen Mitarbeitenden interessiert, die genau zwei Sachen mitbringen: ein Handwerker-Gen und volle Motivation!“
Leidenschaft fürs Handwerk
Und genau hier kam Alex Forat ins Spiel und damit ins Team multisenses: Nach der Schule – mit Hauptschulabschluss nach der zehnten Klasse – hatte er Praktika absolviert, in der Buchhaltung und als Industrieelektroniker, wobei schnell klar war, wo seine Leidenschaft lag. Im August 2024 begann seine Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, doch schon bald stellten sich Probleme im Ausbildungsbetrieb ein. „Ich wollte alles einfach nur noch hinschmeißen, und als Elektrohelfer arbeiten. Geld verdienen, und gut ist.“ Vor seiner angedachten Kündigung nahm er Kontakt auf mit Vera Pithan, Berufsberaterin vor dem Erwerbsleben der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn. „Natürlich war die erste Reaktion von Alex Forat völlig nachvollziehbar. Aber mir war es ein Herzensanliegen, ihm zügig einen neuen idealen Arbeitgeber zu vermitteln, damit Alex seine Ausbildung – für die er ja brannte – erfolgreich abschließen konnte. Eine Ausbildung ist eben auch ein Garant dafür, sich weiterzuentwickeln, aufzusteigen, und gutes Geld zu verdienen.“
Erfolgreiche Vermittlung dank Teamwork
Pithan schaltete sich auf dem kleinen Dienstweg kurz mit Abteilungsleiterin Maria Keck und dem Team der Ausbildungsoffensive der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, die im Rahmen des Programms Passgenaue Besetzung im Einsatz sind. Beraterin Michèle Brexel hatte eine zündende Idee, weil sie Geschäftsführer Grauting und das Lagenser Unternehmen kannte. Der Kontakt war schnell hergestellt, Alex absolvierte ein Praktikum bei multisenses, und führt nun seit Dezember 2025 seine Ausbildung motiviert fort.
Berufsberaterin Vera Pithan bilanziert: „Ich finde, dass es ein schönes Beispiel ist, was dabei herumrumkommen kann, wenn alle Beteiligten zusammenarbeiten und sich austauschen und nach einer gemeinsamen Lösung suchen. Ich hoffe, dass sich andere Jugendliche in unterschiedlich schwierigen Situationen durch dieses Beispiel von Alex ermutigt fühlen, zeitnah Unterstützung zu suchen!“
Eine Einschätzung, der sich Alex Forat nur anschließen kann: „Für mich war es die beste Entscheidung, die Ausbildung fortzusetzen, und ich bin der Geschäftsführung und dem gesamten Team unheimlich dankbar, mich so gut in die Gemeinschaft und die spannenden Aufgaben aufgenommen zu haben.“
Nur ein Beispiel für eine spannende Aufgabe, so Christoph Grauting: „Wir modernisieren die Beleuchtung der Philharmonie in Köln, und zwar in Nachtschicht von 22 bis 6 Uhr, damit die Proben tagsüber uneingeschränkt weiterlaufen konnten. Bei so etwas dabei sein zu können, ist für jeden von uns, aber vor allem für Azubis ein echtes Highlight.“
Bildunterschrift: (von links) Vera Pithan (Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn), Alex Forat (Auszubildender) Beraterin Michèle Brexel (Ausbildungsoffensive der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe), Christoph Grauting (Gründer und Geschäftsführer der multisenses GmbH in Lage)
Fachlicher Austausch und spannende Einblicke für die Tischler-Innung Paderborn
Die Tischler-Innung Paderborn blickt auf eine rundum gelungene Betriebsbesichtigung bei der Sprenger Massivholzmöbel GmbH in Bad Wünnenberg zurück. Zahlreiche Innungsmitglieder sowie Berufsschullehrer nutzten die Gelegenheit, spannende Einblicke in die Fertigung hochwertiger Massivholzmöbel zu erhalten und sich in angenehmer Atmosphäre fachlich auszutauschen.
Im Rahmen der Betriebsführung präsentierte das Unternehmen moderne Fertigungsabläufe, handwerkliche Präzision und die Leidenschaft für den Werkstoff Holz. Der gemeinsame Austausch bot darüber hinaus wertvolle Impulse für die tägliche Arbeit und stärkte das Miteinander innerhalb der Innung.
„Der Betriebsbesuch bei Sprenger war eine hervorragende Gelegenheit, das Tischler-Handwerk aus unterschiedlichen Perspektiven zu erleben und miteinander ins Gespräch zu kommen. Solche Veranstaltungen zeigen immer wieder, wie wichtig der persönliche Austausch und die enge Zusammenarbeit innerhalb der Innung sind“, betonte Innungsgeschäftsführer Lothar Ebbers.
Die Tischler-Innung Paderborn bedankt sich herzlich beim Team der Sprenger Massivholzmöbel GmbH für die herzliche Gastfreundschaft und die informative Führung durch den Betrieb.
Workshop der Steinmetze und Bildhauer überzeugt mit kreativen Ergebnissen
Vergangene Woche fand der Workshop „Plasmaschneiden und -schweißen“ für die Steinmetz- und Bildhauer-Innung Paderborn-Lippe statt, der aufgrund der guten Resonanz im Jahr 2019 und zahlreicher Nachfragen nun neu aufgelegt wurde.
Schon im Vorfeld war das Interesse groß und auch diesmal zeigte sich: Das Thema trifft genau den Nerv unserer Mitglieder. Insgesamt neun Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, ihr Wissen rund um das Plasmaschneiden und -schweißen aufzufrischen, neue Tricks für noch präzisere Ergebnisse kennenzulernen und sich in lockerer Runde mit den Innungskollegen auszutauschen. Der Workshop bot nicht nur fachlichen Input, sondern vor allem viel Raum für praktisches Arbeiten. Im Mittelpunkt standen das gemeinsame Tüfteln und Ausprobieren – eine Mischung, die bei allen Beteiligten sehr gut ankam.
Obermeister Michael Diwo fasste den Tag treffend zusammen: „Der Gestaltungskreis war ein voller Erfolg! Alle hatten Spaß, jeder hat etwas Schönes zusammengebraten. Johannes Pamme hat das Ganze prima geleitet. Wir waren wieder ziemlich unkonventionell im Umgang mit Werkzeug und Material – wie immer …“
Die gelungene Veranstaltung hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll der persönliche Austausch und das gemeinsame praktische Arbeiten innerhalb der Innung sind. Ein besonderer Dank gilt Johannes Pamme für die engagierte und fachkundige Leitung des Workshops.
Zwischen Landesverteidigung und Lehrlingssuche: Fachkräfte-Kompass des Kreises Paderborn organisiert hochkarätige Podiumsdiskussion
Zwischen Landesverteidigung und Lehrlingssuche: Die veränderte sicherheitspolitische Lage stellt Deutschland und damit auch unsere Region vor neue Herausforderungen – auch mit Blick auf die mögliche Wiedereinführung des Wehrdienstes. Doch während die Debatte an Fahrt aufnimmt, wächst in der Wirtschaft schon jetzt der Druck durch den Fachkräftemangel. Wie lässt sich der Personalbedarf der Bundeswehr decken, ohne gleichzeitig zentrale zivile Bereiche wie Handwerk, Industrie oder Energieversorgung zu schwächen? Genau dieser Frage widmete sich eine hochkarätig besetzte Veranstaltung in der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, die Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Militär zusammenbrachte, um Perspektiven auszutauschen und nach tragfähigen Lösungen zu suchen. Das betonte auch Kreishandwerksmeister Mickel Biere in seiner Begrüßung.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein intensiver Austausch über die sicherheitspolitische Zeitenwende und ihre konkreten Auswirkungen auf Wirtschaft und Mittelstand. Journalist und Moderator Ralph Sina, ehemaliger WDR-Auslandskorrespondent, ordnete die aktuellen Entwicklungen international ein. Diese sei keine plötzliche, sondern habe sich über Jahre abgezeichnet. Zugleich machte er deutlich, dass Europa und insbesondere Deutschland stärker in die eigene Verantwortung gehen müssten. Trotz aller Herausforderungen gebe es Anlass zur Zuversicht: Deutschland bleibe ein zentraler Motor in Europa – vorausgesetzt, die wirtschaftliche Stärke werde gesichert.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde schnell deutlich, dass Sicherheit und Wirtschaft untrennbar miteinander verbunden sind. Sebastian Hartmann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, unterstrich, dass Deutschland künftig eine stärkere Führungsrolle übernehmen müsse. Angesichts wachsender Bedrohungen – auch mit Blick auf die militärischen Fähigkeiten Russlands – sei eine klare Strategie notwendig. Dabei betonte er die Bedeutung eines gesamtgesellschaftlichen Engagements für die Verteidigungsfähigkeit.
Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), wies auf die besondere Rolle des Handwerks hin. Dieses stehe in einer Doppelverantwortung: Einerseits sei das Handwerk unverzichtbar für die Aufrechterhaltung kritischer Infrastruktur – von Energieversorgung und Baugewerken bis hin zur Lebensmittelproduktion. Andererseits verschärfe jede Form von Wehrdienst den ohnehin bestehenden Fachkräftemangel. Um diesen Balanceakt zu meistern, brauche es neue Brücken zwischen Bundeswehr und Wirtschaft. Denkbar seien etwa Modelle, die Qualifizierung und Berufsorientierung während eines Wehrdienstes ermöglichen.
Generalleutnant a.D. Alfons Mais plädierte vor allem für mehr Tempo und ein besseres Zusammenspiel der Akteure. In Zeiten des demografischen Wandels konkurrierten beide Bereiche zunehmend um die gleichen Fachkräfte – auch in wichtigen Bereichen wie IT oder Technik. Umso wichtiger sei es, Kooperationen neu zu denken und Synergien zu schaffen, beispielsweise indem qualifizierte Fachkräfte nach ihrer Wehrdienstzeit gezielt in Handwerk und Mittelstand zurückgeführt würden.
Einigkeit bestand auf dem Podium darüber, dass es ohne eine enge Verzahnung von militärischen und zivilen Strukturen nicht gehen werde. Neben klassischen Verteidigungsfragen rückten auch Themen wie gesellschaftlicher Zusammenhalt, Resilienz und die Stärkung regionaler Strukturen in den Fokus. Diskutiert wurden unter anderem Ansätze wie ein freiwilliges Gesellschaftsjahr mit starkem Bezug zum Handwerk sowie der Ausbau von Reservestrukturen auch in zivilen Bereichen. Dass die Diskussion nah an den Interessen des Publikums verlief, zeigten die eingehenden Fragen der Anwesenden.
Im Fazit wurde deutlich: Die Herausforderungen sind groß, doch ebenso groß ist die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Handwerk und Mittelstand sowie Politik und Bundeswehr sind aufeinander angewiesen, wenn es darum geht, Sicherheit und Wohlstand gleichermaßen zu wahren.
In seinem Schlusswort betonte Michael H. Lutter, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe: „Das regionale Handwerk steht zu seiner gesellschaftlichen Verantwortung – das tuen wir auch heute schon in vielen Bereichen. Gleichzeitig wünschen wir uns, dass die Bundeswehr auch die Potenziale wahrnimmt, die die aktuelle Situation für Handwerk und Mittelstand mit sich bringt. Denn Handwerk kann leisten – beispielsweise auch bei Aufträgen im Zusammenhang mit Instandsetzungsarbeiten von Liegenschaften und vielem mehr.“
Der Fachkräfte-Kompass im Kreis Paderborn
Veranstalter der Podiumsdiskussion war der Fachkräfte-Kompass im Kreis Paderborn – ein starkes Bündnis regionaler Akteure: dazu gehören der Arbeitgeberverband für die Gebiete Paderborn, Büren, Warburg und Höxter, die Bundesagentur für Arbeit Paderborn, die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld mit ihrer Zweigstelle Paderborn und Höxter, das Jobcenter im Kreis Paderborn, der Kreis Paderborn selbst sowie die Kreishandwerkerschaft Paderborn‑Lippe.
Seit einigen Jahren engagieren sich die Organisationen gemeinsam dafür Unternehmen im Kreis Paderborn aktiv bei der Bewältigung des Fachkräftemangels zu unterstützen. Dazu bietet das Netzwerk konkrete Informationsangebote, Vernetzung und Beratung, aber auch hochkarätige, öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen.
Bildunterschrift (v. links): Tauschten sich dazu aus, wie man die Interessen von Handwerk und Bundeswehr vereinen kann: Hauptgeschäftsführer Michael H. Lutter (Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe), Holger Schwannecke (Generalsekretär des ZDH), Alfons Mais (Generalleutnant a.D. der Deutschen Bundeswehr), Ralph Sina (ehem. WDR-Auslandskorrespondent), Sebastian Hartmann (Parlamentarischer Staatssekretär, Bundesministerium des Verteidigung) und Kreishandwerksmeister Mickel Biere.
Schwierige Zeiten im Dachdeckerhandwerk: Materialmangel und Preisexplosion belasten Betriebe und Kunden
Das Dachdeckerhandwerk in der Region steht vor einer paradoxen Herausforderung: Trotz voller Auftragsbücher sorgen zunehmende Lieferengpässe und extreme Preissteigerungen für eine angespannte Lage. Die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, die Dachdecker-Innung Paderborn und die Dachdecker-Innung Lippe wenden sich nun gemeinsam an die Öffentlichkeit, um über die Hintergründe aufzuklären.
Leere Lager und „Hamsterkäufe“ bei Baustoffhändlern
„Die Situation auf dem Baustoffmarkt hat sich seit Anfang April drastisch verschärft. Rohstoffknappheit und instabile Lieferketten – unter anderem bedingt durch die geopolitische Lage an Knotenpunkten wie der Straße von Hormus – haben die Preise für essenzielle Materialien im Dachdeckerhandwerk um bis zu 30 Prozent in die Höhe getrieben“, informiert Aloys Buschkühl, stv. Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. Einer der Gründe seien auch hier die steigenden Rohölpreise, denn dieser Werkstoff ist in vielen Dämmmaterialien enthalten. „Diese Entwicklung war für unsere Betriebe zum Zeitpunkt der Abgabe von Angeboten an die Kunden vor wenigen Wochen noch nicht abzusehen“, so Buschkühl. Viele blieben jetzt auf erheblichen Mehrkosten sitzen oder müssten in Absprache mit dem Kunden Preise anpassen.
Gleichzeitig kann das benötigte Material nicht in ausreichender Menge nachproduziert werden. Die Rohstoffe sind nicht wie gewohnt verfügbar. „Die Lager der Händler sind leer, obwohl der Bedarf riesig ist“, erklärt Jürgen Stangenberg, Obermeister der Dachdecker-Innung Paderborn. „Was an Material reinkommt, wird sofort aufgekauft. Dieser Effekt ähnelt den Krisenjahren in der Corona-Pandemie, ist jedoch in seiner Intensität derzeit fast noch schlimmer. Wir erleben eine Art Hamsterkauf-Mentalität auf dem Markt, die das gesamte Gefüge durcheinanderbringt.“
Große Sorgen im „Sommerhandwerk“
Für die Betriebe ist die Lage herausfordernd. Während das Dachdeckerhandwerk traditionell ein Sommerberuf ist, droht nun ausgerechnet in der beginnenden Hochsaison ein Stillstand. Aufträge müssen verschoben werden, die gesamte Planung purzelt durcheinander, Kunden sind verärgert. Doch ohne die benötigten Materialien sind den Dachdeckern die Hände gebunden. Buschkühl bringt es auf den Punkt: „Die Situation bereitet vielen Betriebsinhabern schlaflose Nächte. Wir haben derzeit weder Preis- noch Liefersicherheit.“
Auswirkungen für die Kunden: Geduld und Flexibilität gefragt
Die aktuelle Marktlage zwingt die Dachdeckerbetriebe zu Maßnahmen, die für die Kunden spürbare Folgen haben: Fest zugesagte Termine müssen verstärkt verschoben werden, da Lieferverzögerungen den gesamten Bauzeitenplan aushebeln. Angebote können derzeit oft nur mit Tagespreisen oder einer extrem kurzen Bindefrist abgegeben werden, Preise sind aktuell nicht vorhersehbar. In Einzelfällen müssen Betriebe von Verträgen zurücktreten oder neue Aufträge vorerst ablehnen, um nicht in eine unkalkulierbare Kostenfalle zu tappen.
Appell an die Auftraggeber
„Wir setzen alles daran, die Aufträge unserer Kunden zuverlässig zu bearbeiten“, erklärt Stefan Raabe, Obermeister der Dachdecker-Innung Lippe. „Doch wenn die notwendigen Materialien fehlen, stoßen wir an klare Grenzen. Gerade jetzt sind wir in besonderem Maße auf Verständnis und Geduld seitens der Auftraggeber angewiesen. Umso wichtiger ist es uns, transparent zu informieren.“
Eine Entspannung der Lage wird erst erwartet, wenn die globalen Handelswege wieder zuverlässig funktionieren. Bis dahin setzen Innung und Kreishandwerkerschaft auf einen engen, transparenten Dialog zwischen Handwerkern, Lieferanten und Bauherren.
Maler- und Lackierer-Innung Paderborn kürt die Gewinner des aktuellen Fassadenwettbewerbs.
Wenn Handwerkskunst auf modernes Design trifft, gewinnt das gesamte Stadtbild: Die Maler- und Lackierer-Innung Paderborn hat im Rahmen ihres traditionsreichen Fassadenwettbewerbs jetzt wieder die besten, neu gestalteten Häuserfassaden des Jahres 2025 ausgezeichnet. Unter dem Leitgedanken „Farbe statt fade“ wurden Immobilien prämiert, die durch fachgerechte Ausführung und ein zukunftsweisendes Farbkonzept bestechen.
„Unser Motto müssen wir allerdings anpassen“, schmunzelt Obermeister Christoph Walecki. Denn eine knallige, bunte Farbgebung sei derzeit gar nicht modern. „Vielmehr war die Fassadengestaltung im Jahr 2025 von natürlichen, warmen und zurückhaltenden Tönen geprägt.“ Beliebt seien erdige Nuancen wie Beige, Sand, Ocker oder auch sanfte Grüntöne, die den Trend zu mehr Nachhaltigkeit und Kontextbezug in der Architektur unterstreichen. Gleichzeitig sorgen gezielt eingesetzte Farben – etwa an Eingängen oder Fensterrahmen – für individuelle Akzente, ohne die ruhige Gesamtwirkung zu stören. „Dies erfordert ein besonderes Gespür, einen guten Blick und eine perfekte handwerkliche Umsetzung, um die neu gestalteten Fassaden auf zurückhaltende Art und Weise optimal in Szene zu setzen“, so Walecki, dessen Betrieb in der Kategorie „Gewerblicher Wohnungsbau“ gewinnen konnte. Insgesamt zeige sich eine Entwicklung hin zu Fassaden, die sich farblich bewusst in ihre Umgebung einfügen und eine zeitlose, harmonische Ästhetik vermitteln.
„Dass sie auch diese Facette der Fassadengestaltung beherrschen, haben die teilnehmenden Innungsbetriebe hervorragend unter Beweis gestellt“, betont Aloys Buschkühl, stv. Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe.
Qualität durch den Meisterbetrieb
„Der Wettbewerb zeigt sehr gut, wie viel Fachwissen, Präzision und gestalterisches Gespür im Handwerk steckt und welche Qualität durch professionelle Ausführung erreicht werden kann“, betont Ansgar Traphan, der mit seinem Betrieb in der Kategorie „Neubau“ den ersten Platz belegen konnte. Entscheidend sei es, das Gebäude ganzheitlich in den Blick zu nehmen: „Wichtig ist die Beurteilung der Untergründe und eventueller Schäden. Eine Fassadenrenovierung und Gestaltung umfasst nicht nur das Streichen, Dämmen oder Verputzen. Es müssen auch alle anderen Flächen mit einbezogen werden, wie beispielsweise Fenster, Dachüberstände oder Stuckelemente“, weiß Thomas Marotzke-Sprenger zu berichten. Sein Betrieb konnte mit der Fassadengestaltung eines Einfamilienhauses und eines historischen Gebäudes in gleich zwei Kategorien überzeugen.
Die prämierten Objekte zeichnen sich nicht nur optisch, sondern auch durch die technische Umsetzung aus. Besondere Herausforderungen bei den Gebäuden machen das Malerhandwerk anspruchsvoll und zugleich so reizvoll: „Die bestehende Bausubstanz stellte uns teilweise vor unerwartete Situationen, auf die wir flexibel reagieren mussten“, erinnert sich Elmar Kloke an die Arbeiten am Mehrfamilienhaus in Paderborn. Die Betriebe entpuppen sich dabei immer wieder als wahre Allround- und Organisationstalente: „Eine Herausforderung war definitiv die Witterung. Außerdem mussten wir den reibungslosen Ablauf unter den Gewerken rund um den Neueröffnungstermin des Gewerbegebäudes koordinieren“, blickt Wilma Kruse auf das Gewinnerobjekt ihres Betriebs zurück.
Mehrwert für alle
Eine professionell gestaltete Fassade sei dabei weit mehr als nur ein frischer Anstrich für ein einzelnes Objekt. „Gepflegte und farblich abgestimmte Straßenzüge steigern die Lebensqualität in unseren Städten und Gemeinden spürbar“, ist Buschkühl überzeugt. „Eine durchdachte Fassadengestaltung wirkt identitätsstiftend und wertet das Stadtbild nachhaltig auf. Da leisten unsere Innungsbetriebe einen wertvollen Beitrag zur gelebten Stadtpflege.“
Die Preisverleihung
Die feierliche Prämierung fand in gewohnt festlichem Rahmen statt, bei der die Hausbesitzer gemeinsam mit den ausführenden Malerbetrieben geehrt wurden. Neben den begehrten Fassadenschildern, die die Firma Strauswerk gesponsort hat, sowie einer Urkunde und einer Fotocollage mit professionellen Bildern ihres Hauses erhielten die Sieger zudem einen Essensgutschein.
Die Preisträger im Überblick:
Neubau: 33102 Paderborn, gestaltet durch Malerbetrieb Traphan GmbH, Paderborn
Einfamilienhaus: 33175 Bad Lippspringe, gestaltet durch Sprenger Maler-Fachbetrieb GmbH, Bad Lippspringe
Unternehmerfrauen im Handwerk treffen Europaabgeordnete Mertens in Brüssel
Mit einer großen Delegation von 37 Teilnehmerinnen reisten die Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe jetzt nach Brüssel: im Rahmen eines zweitägigen Programms gewannen sie spannende Einblicke in die europäische Politik und die Arbeit des Europäischen Parlaments. Höhepunkt der Fahrt war der Besuch bei der CDU-Europaabgeordneten für Ostwestfalen-Lippe, Verena Mertens (MdEP).
Im Besucherzentrum des Europäischen Parlaments begrüßte Mertens die Gruppe und stellte ihre Arbeit vor. Dabei erläuterte sie unter anderem ihre Aufgaben als Vertreterin der Bürgerinnen und Bürger aus OWL, die Mitwirkung an der EU-Gesetzgebung sowie ihre Tätigkeit in den Ausschüssen. Zudem gab sie Einblicke in parlamentarische Abläufe, Abstimmungsverfahren und die Zusammenarbeit mit Rat und Kommission. Auch erhielten die Teilnehmerinnen einen exklusiven Einblick in den Plenarsaal. Gleichzeitig ermöglichte es ihnen der direkte Austausch, ihre Anliegen als Unternehmerfrauen im Handwerk einzubringen.
Neben dem politischen Programm kam auch der kulturelle Teil nicht zu kurz: Ein geführter Stadtrundgang, die Besichtigung des Atomiums sowie das gemeinsame Genießen belgischer Spezialitäten rundeten die Reise ab.
UFH-Vorsitzende Birgit Peters zog ein durchweg positives Fazit: „Der Ausflug war rundum gelungen und erfüllte unsere Erwartungen voll und ganz. Wir konnten viele interessante Impulse, Eindrücke und Informationen mitnehmen, uns dabei über wichtige Belange von uns Unternehmerfrauen austauschen. Als besonderes Highlight bleibt uns der Besuch des Europäischen Parlaments in langer Erinnerung.“
Auch der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe betonte die Bedeutung solcher Fahrten: „Der direkte Dialog mit politischen Entscheidungsträgern ist für das Handwerk von großer Bedeutung. Die Unternehmerfrauen haben hier exklusive Einblicke gewonnen und ihr Netzwerk gestärkt. Es ist uns wichtig, unseren Mitgliedern solche Highlights zu ermöglichen.“
Bildunterschrift: Die Unternehmerfrauen im Handwerk aus Lippe und Paderborn besuchten jetzt MdEP Verena Mertens (Mitte). Die Vorsitzende, Birgit Peters (3. v. re.) zog ein durchweg positives Fazit von der Reise.
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