Themen aus der Nachwuchsoffensive

Partnerschaft für mittelstandsfreundliche Vergabepraxis

Die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, die Bürgermeister der Kommunen im Kreis Paderborn und der Kreis Paderborn haben eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der sich die Verwaltungen zu einer mittelstandsfreundlichen Vergabepraxis bei Bauaufträgen bekennen.

Hintergrund ist die seit Januar 2026 geltende Neuregelung des kommunalen Vergaberechts des Landes Nordrhein-Westfalen. Diese erweitert die Handlungsspielräume der öffentlichen Verwaltungen durch höhere Wertgrenzen und vereinfachte Vergabeverfahren, mit dem Ziel Beschaffungen schneller und unbürokratischer durchführen zu können. Die Kreishandwerkerschaft begrüßt die neuen Gestaltungsspielräume ausdrücklich. Gleichzeitig betont der stellvertretende Kreishandwerksmeister Michael Friemuth: „Das Handwerk ist ein wichtiger Stabilitätsfaktor in der Region: es sichert Arbeitsplätze, bildet aus und sorgt dafür, dass Wertschöpfung vor Ort bleibt.“ „Deshalb müssen öffentliche Aufträge so vergeben werden, dass gerade kleine und mittelgroße Handwerksbetriebe einen realistischen Zugang erhalten“, führt Michael H. Lutter, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, aus.

Um dies sicherzustellen, hatte die Kreishandwerkerschaft in Abstimmung mit den Delegierten eine Resolution erstellt, die auf der Versammlung im Juni verabschiedet worden war. Damit einher gingen Gespräche mit den Entscheidungsträgern in Städten, Gemeinden und beim Kreis Paderborn. Jetzt haben die beteiligten Akteure gemeinsam sieben Kernpunkte verabschiedet, um die Chancen der neuen Rechtslage im Sinne von Mittelstand, Handwerk und kommunaler Handlungsfähigkeit zu nutzen: „Unsere Partnerschaft steht für den gemeinsamen Anspruch, Vergabeverfahren transparent, effizient und mittelstandsfreundlich zu gestalten. Wir wollen die neuen vergaberechtlichen Spielräume nutzen und zugleich Fairness und Nachvollziehbarkeit sichern“, beschreibt Landrat Christoph Rüther (Kreis Paderborn) das gemeinsame Ziel. „Öffentliche Investitionen im Kreis Paderborn sollen wirksam werden: für Bürgerinnen und Bürger, für die kommunale Infrastruktur und für die Betriebe“, ergänzt Michael Berens, Bürgermeister der Sennegemeinde Hövelhof und Sprecher der Bürgermeister und Bürgermeisterinnen im Kreis Paderborn.

Die sogenannten Teil- und Fachlose, insbesondere bei Bau- und Ausbauleistungen, sind einer der zentralen Punkte der Vereinbarung: „Wer Fachlose stärkt, stärkt den Wettbewerb, die Qualität und die regionale Wirtschaft“, erklärt Lutter. Eine mittelstandsfreundliche Vergabepraxis berücksichtige dies, heißt es in der Erklärung. Die Vergabe an Generalunternehmer solle daher nicht zum Regelfall werden. „In konkreten Einzelfällen, in denen ein Auftrag an General- oder Totalunternehmer unter wirtschaftlichen, technischen oder projektorganisatorischen Aspekten begründbar und sinnvoll ist, soll durch die Öffnung für Bietergemeinschaften und vergaberechtskonforme Nachunternehmerregelungen auf die Einbindung der mittelständischen Betriebe hingewirkt werden“, betont Berens. Dabei sei Verwaltungsvereinfachung kein ausreichender Grund. „Es ist unser gemeinsames Ziel, kommunale Bauaufträge so zu strukturieren, dass Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen faire und realistische Beteiligungschancen erhalten“, bekräftigt Landrat Christoph Rüther.

Die einzelnen Punkte, zu denen sich die Partner bekennen, wurden in einer ausführlichen Erklärung festgehalten, die jetzt von allen zehn Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Städte und Gemeinden des Kreises Paderborn, vom Landrat des Kreises Paderborn und der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe unterschrieben wurde. Darin vereinbart wurde auch ein regelmäßiger Austausch, um Erfahrungen auszuwerten, praktische Fragen zu besprechen und Verbesserungen abzustimmen.


Hintergrundwissen: Was ist ein Fach- bzw. Teillos?

Bei einer Fach- bzw. Teillosvergabe wird ein Bau- oder Dienstleistungsauftrag in einzelne Gewerke beziehungsweise Fachbereiche (z. B. Elektro, Sanitär oder Dachdeckerarbeiten) aufgeteilt und separat ausgeschrieben. Dadurch können sich auch spezialisierte und mittelständische Betriebe direkt auf die jeweiligen Leistungen bewerben.

Bei einer Generalunternehmervergabe wird hingegen das gesamte Projekt an einen einzigen Auftragnehmer vergeben. Dieser koordiniert die einzelnen Gewerke selbst und beauftragt gegebenenfalls Nachunternehmer – eine Rolle, die für kleine oder mittelgroße Handwerksbetriebe oft unattraktiv ist.


Bildunterschrift: Bei der heutigen Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung in Bad Wünnenberg (v. links nach rechts): Vorne: Bürgermeister Michael Berens (Sennegemeinde Hövelhof, Sprecher der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Kreises Paderborn), Landrat Christoph Rüther (Kreis Paderborn), Michael Friemuth (stv. Kreishandwerksmeister), Michael H. Lutter (Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe). Hinten: Annette Mühlenhoff (Dezernentin des Kreises Paderborn), Bürgermeister Matthias Möllers (Gemeinde Altenbeken), André Stadermann (Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, Stadt Büren), Bürgermeister Stefan-Oliver Strate (Stadt Paderborn), Bürgermeister Uwe Gockel (Gemeinde Borchen), Bürgermeister Johannes Lindhauer (Stadt Delbrück), Bürgermeisterin Ursula Berhorst-Schäfers (Stadt Bad Wünnenberg), Bürgermeisterin Ute Dülfer (Stadt Lichtenau), Bürgermeister Ulrich Lange (Stadt Bad Lippspringe). (Foto: Stadt Bad Wünnenberg/Wieners)

Kategorie(n): Aktuelles

Asbest im Handwerk: Was ist neu, was gilt 2026 und was kommt 2027?

Neue Gefahrstoffverordnung, neue Anforderungen an Handwerksbetriebe, aktuelle BT-/AT-Verfahren und Schulungsangebote Ihrer Kreishandwerkerschaft

Die rechtlichen Anforderungen an Tätigkeiten mit Asbest haben sich in den vergangenen Jahren wesentlich verändert. Besonders wichtig sind die Änderung der Gefahrstoffverordnung zum 5. Dezember 2024, das neue risikobezogene Schutzkonzept, zusätzliche Genehmigungs- und Qualifikationsanforderungen sowie neue und überarbeitete emissionsarme Arbeitsverfahren.

Auch bei Tätigkeiten mit alter Mineralwolle gibt es Neuerungen: Die TRGS 521 wurde im Mai 2026 überarbeitet.

Diese Entwicklungen betreffen nicht nur spezialisierte Asbestsanierungsunternehmen. Auch Elektro-, Sanitär-, Heizungs-, Maler-, Fliesenleger-, Trockenbau-, Dachdecker- und weitere Ausbaugewerke müssen sich damit beschäftigen.

Denn bereits bei alltäglichen Arbeiten im Gebäudebestand können asbesthaltige Baustoffe betroffen sein.

Wir informieren darüber, was sich geändert hat, welche Pflichten daraus entstehen und wie sich Handwerksbetriebe auf die neuen Anforderungen vorbereiten können. Hier haben wir alle relevanten Informationen für Sie zusammengetragen.

 

Darüber hinaus haben wir verschiedene Checklisten und weiterführende Informationen zu folgenden Themen für Sie zusammengestellt:

  • Asbest und alte Mineralwolle (Handout)
  • Asbest im Bestand – alte Mineralwolle (KMF) – TRGS 519 / TRGS 521 (Checklisten)
  • Qualifikationsnachweise für Asbestarbeiten
  • Q1E und BT-Verfahren (Kurzinfo)
  • Asbest-Probenahme und Laboranalyse

Auf Anfrage senden wir Ihnen die entsprechenden Dokumente gerne zu. Bei Interesse kontaktieren Sie unser Team der Arbeitssicherheit bitte per E-Mail unter asd@kh-paderborn-lippe.de oder telefonisch unter 05251/700-381 oder 05251/700-129.

 

Bei Rückfragen oder Beratungsbedarf sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Arbeitsicherheitstechnischen Dienst gerne persönlich für Sie da.

Kategorie(n): Arbeitssicherheit

Meinolf Peters Zimmerei und Sägewerk mit dem Zukunftspreis Handwerk OWL ausgezeichnet

Vier Handwerksbetriebe aus Ostwestfalen-Lippe sind mit dem Zukunftspreis Handwerk OWL 2026 ausgezeichnet worden. Bei der feierlichen Preisverleihung in der Skylobby des Theaters Gütersloh würdigte die Stiftung Zukunft Handwerk OWL das besondere ehrenamtliche und gesellschaftliche Engagement der Unternehmen.

Die Auszeichnung ging an die Meinolf Peters Zimmerei und Sägewerk GmbH & Co. KG aus Bad Lippspringe, die ZH Holzbau GmbH aus Bielefeld, die Dreckmeier Bauunternehmen GmbH aus Hüllhorst sowie den Dachdeckerbetrieb Jörg Rauscher aus Beverungen.

Das Ehrenamt als wichtige Säule für die Gesellschaft

Vor mehr als 100 Gästen aus Handwerk, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hielt Gitta Connemann, Beauftragte der Bundesregierung für den Mittelstand, die Festrede. Darin hob sie die Bedeutung des Ehrenamts für das Handwerk und die Gesellschaft hervor: „Das Handwerk ist eine tragende Säule des Mittelstands. In OWL stehen dafür 215.000 Handwerkerinnen und Handwerker. Sie sorgen für Wirtschaftskraft – und mehr. Handwerk ist Heimat, Zusammenhalt, gelebte Verantwortung. Die Betriebe ermöglichen Ehrenamt. Und leben es selbst – in der Feuerwehr, im Sportverein, in der handwerklichen Selbstverwaltung, im Chor. Unsere Demokratie braucht gerade jetzt unsere besondere Aufmerksamkeit. Die Preisträgerinnen und Preisträger geben ihr jeden Tag Halt“, so Connemann.

Starkes ehrenamtliches Engagement der Preisträger

Unter dem diesjährigen Themenschwerpunkt „Starkes Ehrenamt – starke Demokratie“ wurden Betriebe geehrt, die sich in besonderer Weise für das gesellschaftliche Miteinander einsetzen und ihren Mitarbeitenden Freiräume für ehrenamtliches Engagement ermöglichen.

Im Bezirk der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe hat die Meinolf Peters Zimmerei und Sägewerk GmbH & Co. KG aus Bad Lippspringe den Zukunftspreis erhalten. Sie zeichnet sich durch eine vielfältige Ehrenamtskultur aus. Mitglieder der Unternehmerfamilie und Beschäftigte engagieren sich unter anderem in der Freiwilligen Feuerwehr, in der handwerklichen Selbstverwaltung sowie in örtlichen Vereinen. Flexible Arbeitszeitregelungen erleichtern den Mitarbeitenden die Ausübung ihrer Ehrenämter.

„Ich bin begeistert von unserem Preisträger. Die gesamte Familie Peters engagiert sich mit derselben Leidenschaft ehrenamtlich wie im eigenen Betrieb. Das ist tief beeindruckend – eine echte Vollblutunternehmerfamilie und echte Vollblutehrenamtler. Wenn jemand diese Auszeichnung verdient hat, dann die Familie Peters“, würdigt Hauptgeschäftsführer Michael Lutter das Engagement des Preisträgers. Zur Veranstaltung ergänzt er: „Die Preisverleihung bot einen glanzvollen Rahmen. Frau Connemann hat mit ihrer Festrede eine wunderbare Liebeserklärung an das Handwerk abgegeben. Es war ein rundum gelungener Abend, an dem unser Ehrenamt im Handwerk im Mittelpunkt stand.“

Über den Zukunftspreis Handwerk OWL

Mit dem Zukunftspreis Handwerk OWL zeichnet die Stiftung Zukunft Handwerk OWL jährlich vier Betriebe aus der Region aus, die durch besondere Leistungen und zukunftsweisende Konzepte überzeugen. In diesem Jahr steht der gesellschaftliche Beitrag des Handwerks im Mittelpunkt. Die Auszeichnung soll sichtbar machen, wie Betriebe und ihre Beschäftigten über den beruflichen Alltag hinaus Verantwortung übernehmen und demokratische Strukturen stärken.

Die Preisverleihung wurde von der SIGNAL IDUNA unterstützt. Die Stiftung Zukunft Handwerk OWL wurde auf Initiative der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld gegründet und wird von den vier Kreishandwerkerschaften in Ostwestfalen-Lippe getragen.

 

Bildunterschrift (v.l.):
Dr. Jens Prager, Kammer-Hauptgeschäftsführer und Vorstandsvorsitzender der Stiftung, Jan Philip Stahlhuth, Signal Iduna, die Preisträger der Meinolf Peters GmbH & Co. KG Mareike Peters, Thorsten Peters, Birgit Peters, Meinolf Peters und Christine Heuser, Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung Gitta Connemann, Vorsitzender Stiftung Zukunft Handwerk OWL Peter Eul, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe Michael Lutter und Kreishandwerksmeister Mickel Biere. Foto: Thomas F. Starke/ HWK OWL

Kategorie(n): Ehrungen,Aktuelles

180 Jahre: Kloke Malermeister feiert dreifaches Jubiläum

Ein außergewöhnliches Jubiläum gab es bei Kloke Malermeister GmbH & Co. KG aus Paderborn zu feiern: Geschäftsführer Elmar Kloke und seine Frau Beate begingen beide ihren 60. Geburtstag. Gleichzeitig blickt der Betrieb auf sein 60-jähriges Firmenjubiläum zurück. Zusammen ergeben diese drei Anlässe stolze 180 Jahre.

Zu diesem besonderen Ereignis gratulierten Christoph Walecki, Obermeister der Maler- und Lackierer-Innung Paderborn, und Innungsgeschäftsführer Norbert Knaup persönlich. Als Zeichen der Anerkennung überreichten sie eine Urkunde und würdigten damit den besonderen Anlass.

Die Kreishandwerkerschaft und die Innung gratulieren herzlich zu diesem dreifachen Jubiläum und wünschen der Familie sowie dem Betrieb weiterhin alles Gute, Gesundheit und viel Erfolg für die Zukunft.

 

Bildunterschrift:
Elmar und Beate Kloke (Mitte) luden zur Feier anlässlich ihres dreifachen Jubiläums ein. Glückwünsche gab es von Obermeister Christoph Walecki (l.) und Innungsgeschäftsführer Norbert Knaup (r.).

Kategorie(n): Aus den Innungen,Ehrungen

Steuerwissen kompakt: Praxisnahe Einblicke für Unternehmerfrauen

Von der Unternehmensnachfolge über sozialversicherungsrechtliche Fragen bis hin zur digitalen Finanzbuchhaltung: Beim Vortragsabend „Steuerwissen kompakt“ erhielten 25 Unternehmerfrauen wertvolle Impulse.

Am Donnerstag, 15. Oktober 2026, begrüßten die Unternehmerfrauen im Handwerk Steuerberater Horst Falke von der Kanzlei „Die Steuerlotsen“ zu einem informativen Vortragsabend in der Bäckerei Biere in Detmold-Heiligenkirchen. Als ausgewiesener Fachexperte vermittelte er verständlich und praxisnah wichtige steuerrechtliche Grundlagen.

Ein Schwerpunkt lag auf der Erbschafts- und Schenkungsteuer im Rahmen der Unternehmensnachfolge. Dabei ging es um steuerliche Aspekte bei der Übertragung von Unternehmen und Vermögen sowie um Gestaltungsmöglichkeiten, die frühzeitig in den Blick genommen werden sollten. Weitere Themen waren die steuerliche Behandlung verbilligter Darlehen an nahe Angehörige und der wichtige Abgleich von Gesellschaftsverträgen und Testamenten.

Auch die sozialversicherungsrechtliche Einordnung von Gesellschaftern und Geschäftsführern wurde beleuchtet. Der Referent erläuterte die Statusfeststellung und zeigte auf, welche Auswirkungen die jeweilige Einordnung haben kann. Abgerundet wurde der Abend durch einen Einblick in die Digitalisierung der Finanzbuchhaltung – von der digitalen Belegverarbeitung über betriebswirtschaftliche Auswertungen bis hin zu den Einsatzmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz (KI) im Rechnungswesen.

Die Vorsitzende Birgit Peters bedankte sich bei Horst Falke für den kurzweiligen und äußerst interessanten Vortrag. Es sei ihm wieder einmal gelungen, auf wesentliche steuerrechtliche Besonderheiten hinzuweisen und für die jeweiligen Themen zu sensibilisieren. Nun gelte es für jede Unternehmerfrau, die gewonnenen Erkenntnisse mitzunehmen und bei zukünftigen Erfordernissen zu berücksichtigen.

Der Vortragsabend bot den 25 Teilnehmerinnen damit eine wertvolle Gelegenheit, ihr Wissen aufzufrischen, neue Impulse zu gewinnen und sich mit wichtigen Fragen rund um Betrieb, Vermögen und Zukunftsplanung auseinanderzusetzen.

Baugewerken-Innung Paderborn Ausflug Mosel

Ausflug der Baugewerken-Innung Paderborn führte nach Bernkastel-Kues

Bei ihrem diesjährigen Ausflug verbrachten die Mitglieder der Baugewerken-Innung Paderborn drei Tage voller gemeinsamer Erlebnisse, kultureller Entdeckungen und geselliger Stunden an der Mosel. 

Mit dem Reisebus ging es am Freitag nach Bernkastel-Kues, wo zunächst eine geführte Tour durch die historische Altstadt auf dem Programm stand. Die Teilnehmer konnten dabei die besondere Atmosphäre der traditionsreichen Moselstadt kennenlernen und mehr über ihre Geschichte erfahren. Anschließend bezog die Gruppe ihre Zimmer im Hotel Deinhard’s. Beim gemeinsamen Abendessen im Restaurant Ratskeller klang der erste Reisetag in geselliger Runde aus.

Mit dem Schiff nach Traben-Trarbach

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Mosellandschaft und ihrer Geschichte. Am Vormittag ging es mit dem Schiff von Bernkastel-Kues nach Traben-Trarbach. Während der Fahrt bot sich die Gelegenheit, die reizvolle Flusslandschaft und die umliegenden Weinberge aus einer besonderen Perspektive zu genießen. Nach einer individuellen Mittagspause erkundete die Gruppe am Nachmittag die Traben-Trarbacher Unterwelt. Anschließend ging es mit dem Bus zurück nach Bernkastel-Kues.

Am Abend wartete ein weiterer Höhepunkt: ein gemeinsames Abendessen auf Burg Landshut oberhalb von Bernkastel-Kues. In besonderer Atmosphäre ließen die Teilnehmer die Erlebnisse des Tages Revue passieren und genossen den geselligen Austausch unter Kolleginnen und Kollegen.

Gemeinschaft und Austausch im Mittelpunkt

Am Sonntag hieß es nach dem Frühstück und dem Check-out Abschied nehmen von der Moselregion. Mit vielen gemeinsamen Eindrücken im Gepäck trat die Gruppe die Rückfahrt nach Paderborn an, wo der Bus am späten Nachmittag wieder an der Kreishandwerkerschaft eintraf.

Der dreitägige Ausflug verband auf gelungene Weise Kultur, Geschichte und landschaftliche Eindrücke. „Besonders schön war es, die Gemeinschaft innerhalb der Innung auch abseits des beruflichen Alltags zu erleben und den persönlichen Austausch zu pflegen“, fasst Innungsgeschäftsführer Norbert Knaup den gelungenen Ausflug zusammen.

Kategorie(n): Aus den Innungen
Brot- und Wurstprüfung 2026 Urkundenübergabe

Einzelergebnisse sind da: Bäcker und Fleischer freuen sind über top Bewertungen

Nachdem die Innungsbetriebe der Bäcker- und Fleischer-Innung Paderborn-Lippe die Qualität ihrer Produkte bei der diesjährigen Brot- und Wurstprüfung auf Herz und Nieren hatten testen lassen, sind nun die Einzelergebnisse da: Von den 140 eingereichten Broten erhielten 111 die Bewertung „sehr gut“. 54 davon wurden sogar mit Gold ausgezeichnet – eine besondere Prämierung für Brote, die bereits drei Jahre in Folge mit „sehr gut“ bewertet wurden. Bei den Fleischern schnitten alle getesteten Bratwürste durchgängig „sehr gut“ ab.


Die Ergebnisse im Überblick:

Bäckereien

Bäckerei Biere GmbH & Co. KG (13 Brote getestet, 13 x sehr gut): Buchweizen, Maiskracher (Gold), Oldenburger Sonnenblumenkernbrot (Gold),  Sylter Cranberrystange (Gold), Cassanova-Stange (Gold), Hermanicus, Schweizer Ruchmehlbrot (Gold), Detmolder Bierknusper, Paderborner Brot (Gold), Winzerkruste, Rustico, Knäckebrot, HSG-Banger

Bäckerei Konditorei Marco Fellmer e.K. (11 Brote getestet, 10 x sehr gut): Zieglerbrot (Gold), Schrotbrot (Gold), Graubrot, Landbrot (Gold), Vollkornbrot (Gold), Rustico, Walnussknaller, Röstbrot, Mehrkornbrot (Gold), Sonnenblumenbrot

Andreas Hermisch Bäckermeister (9 Brote getestet, 9 x sehr gut): Rosinenstuten (Gold), Deutschlandbrot (Gold), Dinkel-Hafer-Vollkornbrot (Gold), Unsere Gerstenliebe (Gold), Französisches Baguette, Pilgerkruste, L’Osteriakruste, Kraftkornlaib, Paderborner

Jüde GmbH & Co. KG (16 Brote getestet, 15 x sehr gut):  Paderborner Doppelback (Gold), Paderborner Brot, Chia-Kruste (Gold), Kartoffelbrot (Gold), Kassler, Dinkel-Roggenbrot (Gold), Roggenvollkornbrot (Gold), Backhausbrot (Gold), Pumpernickel (Gold), Weißbrot (Gold), Paderborner Kastenbrot (Gold), Roggenschrotbrot (Gold), Sonnenblumenkernbrot (Gold), Hochstift Kruste (Gold), Hövelhofer Kornkruste

Bäckerei Kaiser GmbH & Co. KG (4 Brote getestet, 4 x sehr gut): Paderborner Landbrot, Mehrkornbrot mit Quark, Kartoffelbrot, Kasseler

Bäckerei Kloke, Inh. Regina Peters e. K. (10 Brote getestet, 7 x  sehr gut): Vollwertbrot (Gold), Filou (Gold), Dinkelvollkornbrot (Gold), Paderbörnchen (Gold), Dinkel-Mais Baguette, Dinkel-Maiskruste, Paderborner Doppelback

Lange GmbH & Co. KG (27 Brote getestet, 22 x sehr gut): Räuberkruste, Friesenvollkornbrot, Dinkelkrone, Roggenvollkornbrot (Gold), Doppelback (Gold), Kerniges (Gold), Eiweiß-Abendbrot (Gold), Langes Uriges, Paderborner (Gold), Mehrkornbrot, Apfel-Möhrenbrot (Gold), Roggenbeck, Ömmes (Gold), Tante Emmer, Ciabatta überbacken (Gold), Zwiebelbaguette (Gold), Steinofenbaguette, Parisienne (Gold), Dinkelspitz, Hausbrot, Kasseler Brot, Opa Fritz

Heinz-Jürgen Linnenweber (8 Brote getestet, 6 x sehr gut): Dinkelvollkornbrot (Gold), Paderborner, Kassler (Gold), Oktoberfest Kruste, Buchweizen-Emmer Brot, Sovitalbrot

Georg Loske Konditor- und Bäckermeister (5 Brote getestet, 3 x sehr gut): Leinsaatbrot, Paderborner Brot, Roggenvollkornbrot

Alfred Meffert, Vollkorn und Biobäckerei (13 Brote getestet, 6 x sehr gut): Bio Dinkel Toast, Bio Inka-Brot, Bio Knusperland (Gold), Bio Hubbel, Bio Holsteiner Dinkel, Bio-Roggenmischbrot

Jan Mellies Bäckermeister (15 Brote getestet, 9 x sehr gut): Roggenbrot 90%, Roggenbrot 100% (Gold), Roggenschrotbrot (Gold), Helles Vollkornbrot, Vitalbrot (Gold), Königskruste (Gold), Omegabrot (Gold), Hildegardbrot, Dunkles Vollkornbrot (Gold)

Stefan Mertens Bäckermeister (8 Brote getestet, 6 x sehr gut): Carat-Vollkorn-Buttermilchbrot (Gold), Friesenkruste (Gold), Sechskornbrot (Gold), Watt’n Brot (Gold), Dinkelvollkornbrot (Gold), Paderborner Landbrot (Gold)

 

Fleischereien

Grämmel GmbH & Co. KG (3 Würste eingereicht, 3 x sehr gut): Bratwurst, Krakauer, Wiener

Daniel Müller Fleischermeister (2 Würste eingereicht, 2 x sehr gut): Bratwurst, Nürnberger

Sebastian Müller Fleischermeister (4 Würste eingereicht, 4 x sehr gut): Bratwurst, Nürnberger, Käse-Krainer, Frische Jägerwurst

Ingo Rhiemeier Fleischerei (1 Wurst eingereicht, 1 x sehr gut): Bratwurst

Thorsten Schröder Fleischermeister (1 Wurst eingereicht, 1 x sehr gut): Bratwurst


„Auf die Ergebnisse sind wir sehr stolz“, so Obermeister Mickel Biere. „Mit handwerklichem Können, hochwertigen Zutaten und viel Liebe zum Detail entstehen in unserer Region Produkte, die nicht nur super schmecken, sondern außerdem höchsten Qualitätsansprüchen gerecht werden.“

 

Bildunterschrift: Obermeister Mickel Biere (2. v. rechts) und Andrea Hegerbekermeier (Geschäftsführerin Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, 4. v. links) übergaben Urkunden und Pokale an die Teilnehmer der diesjährigen Brot- und Wurstprüfung.

Kategorie(n): Aus den Innungen

2. Cybersicherheitstag im Handwerk: KI im Fokus – kompakte Informationen, praxisnahe Impulse und wertvoller Austausch

Cybersicherheit ist längst kein Thema mehr, das nur große Unternehmen betrifft. Auch Handwerksbetriebe sind zunehmend Ziel von Cyberangriffen – und die Folgen können gravierend sein. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig mit möglichen Gefahren auseinanderzusetzen und geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen. Wie wichtig das Thema ist und worauf es in der Praxis ankommt, stand beim 2. Cybersicherheitstag im Handwerk im Mittelpunkt, der von der Abteilung Innovation & Technologietransfer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe organisiert wurde.

„Cybersicherheit ist heute ein wesentlicher Bestandteil eines verantwortungsvoll geführten Unternehmens. Gerade für Handwerksbetriebe ist es wichtig, mögliche Risiken nicht erst dann zum Thema zu machen, wenn bereits ein Schaden entstanden ist. Mit unserem 2. Cybersicherheitstag möchten wir unsere Betriebe für das Thema sensibilisieren und ihnen einen kompakten und praxisnahen Zugang zu einem komplexen Thema ermöglichen“, erklärt Markus Rempe, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe.

Gefahren erkennen und verstehen

Viele Handwerksbetriebe und Interessierte nutzten die Veranstaltung, um sich kompakt über aktuelle Gefahren, Schutzmöglichkeiten und das richtige Verhalten im Ernstfall zu informieren. Das abwechslungsreiche Programm verband Fachvorträge, Live-Einblicke, praxisorientierte Sessions und persönliche Gespräche mit ausgewiesenen Experten.

Den Auftakt bildete nach der Begrüßung durch Geschäftsführer Markus Rempe die Keynote „Hype oder Revolution? – Ob und wie sich Künstliche Intelligenz auf die IT-Sicherheit auswirkt“ von Kai Wittenburg (neam IT-Services GmbH). Dabei wurde deutlich: Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten, doch gleichzeitig entstehen neue Angriffspotenziale, mit denen sich Unternehmen auseinandersetzen müssen.

Anschließend bot der Marktplatz Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken. In verschiedenen Sessions konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Wissen weiter vertiefen. Thematisiert wurden unter anderem rechtliche Anforderungen an die Digitalisierung im Handwerk, Möglichkeiten und Leistungen von Cyberversicherungen, Präventionsfragen, der Aufbau eines Notfallplans sowie KI-basierte Angriffsvektoren und Instrumente.

Prävention als wichtiger Baustein der Cybersicherheit

Ein zentraler Aspekt des Cybersicherheitstages war dabei die Frage: Wo lauern die Gefahren für einen Cyberangriff und wie können sich Handwerksbetriebe wirksam schützen? Neben technischen Maßnahmen spielen auch organisatorische Vorkehrungen und das Bewusstsein der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine entscheidende Rolle. Denn Prävention ist im Bereich der Cybersicherheit besonders wichtig: Wer Schwachstellen frühzeitig erkennt, Sicherheitsmaßnahmen etabliert und für den Ernstfall vorbereitet ist, kann das Risiko eines erfolgreichen Angriffs deutlich reduzieren und im Notfall schneller reagieren.

Genauso wichtig ist es, zu wissen, was im Ernstfall zu tun ist. Die Veranstaltung zeigte deshalb nicht nur auf, wie Betriebe vorsorgen können, sondern gab auch Orientierung für den Fall, dass es tatsächlich zu einem Cyberangriff kommt.

Expertenwissen und Unterstützung aus erster Hand

Die Möglichkeit, direkt mit Unternehmen und Institutionen ins Gespräch zu kommen, die auf unterschiedliche Aspekte der Cybersicherheit spezialisiert sind, machte den Cybersicherheitstag dabei besonders wertvoll. Am Marktplatz standen die SIGNAL IDUNA, neam IT-Services GmbH, woelke it-solutions GmbH, die NIS-2-Anlaufstelle NRW, Digital.Sicher.NRW, die Kreispolizeibehörde Paderborn, die Initiative Cybersicherheit im Handwerk, die Beratungsstellen der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe (BIT/Digi-BIT), Schomerus & Partner mbB und KMU.kompetent.sicher für Fragen und Gespräche zur Verfügung.

„Der Austausch hat gezeigt, dass der Bedarf an Informationen und konkreter Unterstützung groß ist. Besonders wertvoll war die Möglichkeit, direkt mit Experten ins Gespräch zu kommen und individuelle Ansatzpunkte für den eigenen Betrieb mitzunehmen“, zieht Yannic Stangier, Abteilungsleiter Innovation & Technologietransfer, ein positives Fazit von der Veranstaltung.

Der Cybersicherheitstag hat damit einen wichtigen Beitrag geleistet, das Bewusstsein für digitale Risiken im Handwerk zu stärken und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Das positive Feedback und die rege Beteiligung zeigen: Cybersicherheit ist ein Thema, das die Betriebe bewegt.

Weitere Eindrücke von der Veranstaltung gibt es in der Bildergalerie.

________________________________

Betriebe, die Beratungsbedarf haben, können sich gerne an unsere Beratungsstellen für Innovation & Technologie wenden:

Bastian Kallenbach
Berater für Innovation und Technologie – Schwerpunkt Digitalisierung (Digi-BIT) 
Tel.: 05251/700-415
Mobil: 0151-12965976
E-Mail: Bastian.Kallenbach@kh-paderborn-lippe.de

Hacer Ritzler-Engels
Beraterin für Innovation und Technologie (BIT)
Tel.: 05251/700-275
Mobil: 0152-09092635
E-Mail: Hacer.Ritzler-Engels@kh-paderborn-lippe.de

 

Bildunterschrift: Freuen sich über einen erfolgreichen Cyber-Sicherheitstag: Yannic Stangier (Abteilungsleiter Innovation & Technologietransfer), Hacer Ritzler-Engels (Beraterin für Innovation und Technologie (BIT)), Bastian Kallenbach (Berater für Innovation und Technologie – Schwerpunkt Digitalisierung (Digi-BIT)) und Markus Rempe (Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe).

Kategorie(n): Aktuelles,Digitalisierung
GMB Brinkmann_40 Jahre Brinkmann

40 Jahre Brinkmann ETEC GmbH: Drei Meister und eine starke Familiengeschichte

Die Brinkmann ETEC GmbH feierte kürzlich ihr 40-jähriges Firmenjubiläum und eine besondere Erfolgsgeschichte: In dem Familienunternehmen aus Lage verbinden sich drei Generationen, drei Meisterqualifikationen und jahrzehntelange Erfahrung im Elektrohandwerk.

Ein besonderer Höhepunkt des Jubiläums war die Ehrung von Firmengründer Klaus Brinkmann, der für sein 50-jähriges Meisterjubiläum den Goldenen Meisterbrief erhielt. Auch Sohn Thorsten Brinkmann kann bereits auf 25 Jahre als Meister zurückblicken und wurde bereits mit dem Silbernen Meisterbrief ausgezeichnet. Im Jubiläumsjahr setzte schließlich Enkel Moritz Brinkmann die Familientradition fort: Nach seinem Einstieg in das Unternehmen im Jahr 2024 legte er in diesem Jahr erfolgreich seine Meisterprüfung ab. Glückwünsche gab es am Jubiläumstag unter anderem von Christoph Fanenbruck, Obermeister der Fachinnung Elektrotechnik Lippe.

Vom Schritt in die Selbstständigkeit zum modernen Familienunternehmen

Die Geschichte der Brinkmann ETEC GmbH beginnt 1986. Nachdem der damalige Arbeitgeber von Klaus Brinkmann Insolvenz anmelden musste, wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit. Bereits ein Jahr später übernahm er die traditionsreiche Firma Wächter einschließlich der Mitarbeiter und des Kundenstamms. Mit dem Eintritt seines Sohnes Thorsten im Jahr 1994 wurde die nächste Generation Teil des Unternehmens. Nach seiner Ausbildung zum Industrieelektroniker legte er 1996 erfolgreich die Meisterprüfung ab.

Weitere Meilensteine folgten: 2002 bezog das Unternehmen das neue Firmengebäude an der Benzstraße 2, 2012 erfolgte die Umfirmierung zur heutigen Brinkmann ETEC GmbH. Heute beschäftigt das Unternehmen zwölf Mitarbeiter und präsentiert sich als moderner und vielseitig aufgestellter Partner für Elektrotechnik.

Vielseitige Leistungen rund um die Elektrotechnik

Brinkmann ETEC ist sowohl für gewerbliche und industrielle Kunden als auch für öffentliche Auftraggeber und private Haushalte tätig. Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem Elektroinstallationen, Steuerungsbau, Automation und die Fertigung von Schaltschränken für Anlagenautomatisierungen und Energieverteilungen.

Auch bei der Elektrotechnik für Logistik- und Fertigungshallen sowie Parkhäuser ist das Unternehmen aktiv. Für private Kunden übernimmt Brinkmann ETEC sämtliche gängigen Elektroinstallationen. Gemeinsam mit langjährigen Partnerunternehmen werden zudem Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen realisiert. Wallboxen und damit verbundene Lösungen für die Elektromobilität gewinnen ebenfalls zunehmend an Bedeutung.

Ausbildung als Teil der Unternehmenstradition

Neben technischer Kompetenz und unternehmerischer Entwicklung gehört die Ausbildung junger Menschen seit jeher zur Geschichte von Brinkmann ETEC. Über die vergangenen Jahrzehnte haben zahlreiche Nachwuchskräfte ihre Ausbildung im Unternehmen absolviert und dort ihre ersten Schritte ins Berufsleben gemacht. Aktuell werden zwei Auszubildende zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik ausgebildet.

 

Foto: patrick pantze images gmbh 

Kategorie(n): Aus den Innungen,Ehrungen

Aktuelle Ausbildungszahlen im Handwerk

„Das Handwerk freut sich über zunehmendes Interesse“, bilanziert Aloys Buschkühl, stv. Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, die aktuelle Ausbildungssituation im Handwerk. Bundesweit ist es das vierte Jahr in Folge mit steigenden Ausbildungszahlen – und das entgegen dem Trend in der Gesamtwirtschaft. Insgesamt sind 4,9 Prozent mehr neue Ausbildungsverträge in die Lehrlingsrollen eingetragen worden als im Vorjahreszeitraum. Das ist der höchste Wert seit 2018. Im Kreis Lippe kann dieser Anstieg sogar getoppt werden: Gemeinsam mit den Betrieben freut sich die Kreishandwerkerschaft im August 2026 über neun Prozent mehr Azubis – und zwar 379 im Vergleich zu 349 im vergangenen Jahr.

Lippe freut sich über mehr Handwerksazubis

Geschäftsführerin Andrea Hegerbekermeier benennt die Gründe: „Es gibt keine KI, die Handwerksberufe ersetzen kann – wohl aber spannende Entwicklungen zu KI im Handwerk. Gleichzeitig bietet das Handwerk viele Aspekte, die für junge Menschen bei der Berufswahl wichtig sind: Teamorientierung, oft familiäre Strukturen, ein modernes Umfeld, gute Verdienstmöglichkeiten, vielfältige Karrierewege und Zukunftssicherheit.“

Besonders beliebt sind im Kreis Lippe traditionell die Ausbildung zum/zur Anlagenmechaniker/in für SHK-Technik, zum/zur Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik und zum/zur Kraftfahrzeugmechatroniker/in. Über steigende Ausbildungszahlen in ihrer Branche freuen sich darüber hinaus die Bäcker, Friseure und Tischler.

Paderborn liegt hinter starkem Vorjahr

Trotz der bundesweit positiven Entwicklung, liegt die Zahl der neuabgeschlossenen Ausbildungsverträge im Kreis Paderborn um neun Prozent hinter einem starken Vorjahr. Während im August 2025 481 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge erfasst wurden, waren es 2026 438. Eine gewisse Schwankung in den Ausbildungszahlen ist jedoch normal: „Wir beobachten schon lange einen Drei-Jahres-Rhythmus. Denn nicht jeder Betrieb bildet in jedem Jahr aus. Insbesondere kleinere Betriebe beschäftigen häufig nur einen Auszubildenden alle drei Jahre“, weiß Buschkühl. Tatsächlich war 2023 im Kreis Paderborn ebenfalls ein Jahr mit weniger Neuverträgen.

Weniger Ausbildungsplätze in einigen Gewerken

Hinzu kommen in diesem Jahr zwei weitere Faktoren: Den erheblichsten Einfluss hat der Umstand, dass Kfz-Betriebe im Kreis Paderborn deutlich weniger Ausbildungsplätze angeboten haben als in den Vorjahren, obwohl das Interesse bei den jungen Leute gerade an diesem Beruf hoch ist. So wurden in der Kfz-Branche bis August 2026 lediglich 94 anstatt 130 Neuverträge geschlossen (Kraftfahrzeugmechatroniker und Automobil-Kaufleute). Hinzu kommt der diesjährige, fehlende Abiturjahrgang. „Wir haben im Handwerk zwar nicht ausschließlich Abiturienten, aber einige sind es eben doch. Wir sehen zunehmend, dass junge Menschen vom Gymnasium einen Weg ins Handwerk wählen. Darüber freuen wir uns natürlich sehr.“ Rechnet man diese Faktoren aus den Zahlen heraus, liegt man statistisch beim Vorjahr.

Gleichzeitig freut sich das Team über einige sehr positive Entwicklungen: So gibt es in diesem Jahr 19 neue Auszubildende bei den Maurern und Stahlbetonbauern – in 2025 waren es nur acht. Auch das Maler- und Lackiererhandwerk kann sich über fast 60 Prozent mehr Azubis freuen (33 statt 21).

Vielfalt im Handwerk ausprobieren

Dass es einerseits mehr Bewerber als Ausbildungsstellen und in anderen Bereichen unbesetzte Ausbildungsplätze gibt, beschäftigt Buschkühl: „Dies führen wir auf berufliche und auch regionale Passungsprobleme zurück“ – wie bei den Kfz-Mechatronikern, bei denen es mehr Bewerber als Ausbildungsplätze gibt. Es ist wichtig, sich nicht zu früh auf ein spezielles Gewerk zu fokussieren, sondern im Zuge der Berufsorientierung die vielfältigen Möglichkeiten im Handwerk auszuprobieren: „Es gibt viele Handwerksberufe, die weniger bekannt sind, jedoch viel zu bieten haben“, so Buschkühl. Jungen Leuten rät er, sich vor der endgültigen Berufswahl auszuprobieren und verschiedene Optionen zu testen. Dabei steht auch die Kreishandwerkerschaft beratend zur Seite: „Unser Team der Ausbildungsoffensive engagiert sich seit über 15 Jahren dafür, junge Menschen durch eine intensive Berufsorientierung und individuelle Beratung auf ihrem Weg ins Handwerk zu begleiten. Dabei zeigen wir auch die Vielfalt der Möglichkeiten auf, um Passungsprobleme zu minimieren“, sagt Buschkühl. Dennoch lassen sich solche Schwankungen nicht komplett vermeiden.

„Wir möchten allen Betrieben Mut machen, die Kapazitäten in der Ausbildung hoch zu halten und die Fachkräfte von morgen engagiert auszubilden“, betont Buschkühl. Der Bedarf an Mitarbeitern ist groß. „Nur wer heute ausbildet, kann sich morgen über qualifizierte Fachkräfte freuen.“

 

Foto: www.amh-online.de

Kategorie(n): Aktuelles,Ausbildung
KH Paderborn Lipp