Themen aus der Nachwuchsoffensive

Nachhaltigkeit lohnt sich

Unternehmen, die sich zukunftssicher aufstellen wollen, müssen sich heute mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen. Das gilt im Handwerk wie in allen anderen Branchen auch. Unterstützung dabei bieten von der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe begleitete Projekte wie ÖKOPROFIT.

Die gute Nachricht vorweg: eine Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit steht nicht im Gegensatz zu mehr Wettbewerbsfähigkeit. Denn ökologisch notwendige Maßnahmen lassen sich intelligent mit ökonomischem Nutzen verbinden.

Kosten senken und neue Mitarbeiter begeistern

Durch nachhaltige Unternehmensführung lässt sich beispielsweise die Kosteneffizienz steigern. Denn viele Ansätze, um effizienter zu wirtschaften und Kosten zu sparen, schonen auch die Umwelt. Hinzu kommt, dass Unternehmen auch bei Steuern und Abgaben sparen können, etwa bei der CO2-Steuer.

Außerdem verbessert nachhaltiges Handeln das Image. Und das wiederum fördert die Kundenbindung und die Mitarbeitergewinnung. Denn mit nachhaltigen Konzepten zeigen Unternehmen, dass sie Verantwortung für nachfolgende Generationen übernehmen. Und gerade letzterer Aspekt wird bei der Gewinnung von neuen – und vor allem jungen – Mitarbeitern immer wichtiger.

Das Projekt ÖKOPROFIT gibt teilnehmenden Unternehmen dabei
das notwendige Werkzeug an die Hand. Teilnehmende Betrieb erfahren, an welchen Stellen Sie Strom, Wasser, Gas oder Abfall – und damit bares Geld- einsparen können. ÖKOPROFIT berät die Teilnehmer, Bereiche im Betrieb zu erkennen, die ein Einsparpotenzial aufweisen und hilft, diese individuell zu optimieren.

Dachdecker Raabe optimiert Betrieb nachhaltig

Im Kreis Lippe nahm der Betrieb Raabe Dachdeckermeister GmbH & Co. KG aus Lemgo erfolgreich an der letzten Runde des Projekts ÖKOPROFIT teil. Gemeinsam mit acht weiteren Betrieben unterschiedlicher Branchen hat sich das Unternehmen ein Jahr lang im Zuge des Programms mit energieeffizientem und ökologischem Handeln beschäftigt. Unterstützung bekam der Betrieb dabei vom Kreis Lippe und der B.A.U.M. Consult.

Während des Projekts standen neben Schulungen individuelle Lösungsansätze im Fokus, wie Betriebskosten gesenkt und gleichzeitig die Umwelt geschont werden kann. Bereits kleinere Veränderungen und Anpassungen bringen dabei sichtbare Erfolge. Und davon konnte sich auch der Dachdeckerbetrieb überzeugen.

Kleine Maßnahmen – große Wirkung

So wurden beispielsweise die Strecken von Dienstwagen optimiert, ein Ausschalten der Lampen beim Verlassen der Arbeitsplätze angestoßen oder das Standby der Computer verkürzt. Weitere Maßnahmen: Nutzung der PV-Anlage für E-Autos, Optimierung des Abfallsystems sowie die Einführung eines JobRad-Angebots zur Mitarbeitermotivation und Gesundheitsförderung.

„Als Handwerksbetrieb haben wir vergleichsweise kleine Maßnahmen getroffen, die aber über die Jahre hinweg auch ihren Teil beitragen werden“, freut sich Dachdeckermeister Marius Louvet. Nach Abschluss des Projekts ist für den Betrieb aber mit neuen, nachhaltigen Ideen noch lange nicht Schluss. Mittweile wurde ein Elektroauto angeschafft und energiesparende Leuchtmittel bei einem Umbau eingesetzt.

Mehr zur zweiten lippischen  ÖKOPROFIT-Runde, den Teilnehmern und den Auszeichnungen >>>

Also: Mitmachen lohnt!

ÖKOPROFIT ist ein durch das NRW-Umweltministerium gefördertes Projekt und wird im Kreis Paderborn federführend von der Servicestelle Wirtschaft des Kreises Paderborn und im Kreis Lippe vom Kreis Lippe und dem Klimapakt Lippe umgesetzt. Die Kreishandwerkerschaft unterstützt beide seit Jahren, gehört zum Lenkungskreis und empfiehlt Handwerksbetrieben ausdrücklich die Teilnahme.

Interesse an der Teilnahme? Sprechen Sie uns an:

Weitere Infos zu ÖKOPROFIT: https://www.kh-online.de/netzwerke/oekoprofit/

Kategorie(n): Aus dem Handwerk

Visionen für die Ausbildung von morgen

Zwanzig motivierte Azubis aus gewerblich-technischen und kaufmännischen Berufen entwickelten Visionen für die Ausbildung von morgen. So lassen sich die viertägigen „Bridge Days“ des Projekts InnoVET-Bildungsbrücken OWL kurz und knapp zusammenfassen. Begleitet wurden die Azubis bei dem Workshop unter anderem von der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe.

Fünf Tage lang diskutierten, entwickelten und testeten die Auszubildenden regionaler Unternehmen Ideen, wie die berufliche Ausbildung verbessert werden kann. Dazu erhielten sie zunächst Einblicke in organisatorische Abläufe und zu Grunde liegende Zielsetzungen. Danach identifizierten sie die aus ihrer Sicht drängendsten Verbesserungspotenziale und kamen in Kleingruppen zusammen, um konkrete Lösungsansätze zu erarbeiten.

Die Ideen wurden dann zu einem Prototyp ausgearbeitet, der in Gesprächen mit Experten der beruflichen Bildung getestet wurde. Die Azubis erhielten so unter anderem von Jörg Briesenick von der Kreishandwerkerschaft Feedback zu ihren Ideen. „Auffallend war, dass sich das Thema der Mitbestimmung quer durch alle Vorschläge zog“, berichtet Jörg Briesenick, der von der Motivation der Azubis begeistert war.

„Die Azubis haben insgesamt wichtige Punkte zu Tage gebracht“, meint auch Kirsten Meyer von der Kreishandwerkerschaft. Die Gruppe "Weiterbildung ist auch ne Bildung" habe zum Beispiel Projektetage vorgeschlagen, bei denen Azubis über die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in ihrem Beruf informiert werden und mit relevanten Akteuren sprechen können.

Und auch die Gruppe "Azubischaft" hatte eine ganz konkrete Idee mit der Schaffung einer Interessenvertretung für Auszubildende. Das sah auch die Gruppe "Zukunftskonzept der Bildung" so, die sich neben den Fach- und Lehrkräften eine eigene Stimme wünscht und dadurch stärker in die Gestaltung der Ausbildung einbezogen werden möchte.

Ähnlich könnte sich das auch die Gruppe "Kooperation & Qualitätssicherung" vorstellen. Denn auch hier wünschten sich die Azubis, dass künftig Strukturen geschaffen würden, in denen sich die Akteure der beruflichen Bildung aktiv begegnen, um Kommunikation und Ausbildungsbedingungen zu verbessern.

Weiterführende Gespräche zwischen den Azubis und den Bildungsträgern seien bereits vereinbart. Außerdem sollen noch weitere Formate zur Förderung der Auszubildendenbeteiligung durchgeführt werden.

Das Verbundprojekt InnoVETBildungsbrücken OWL der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, des Eigenbetriebs Schulen, des Kreises Lippe, der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Lippe Bildung eG und hat sich die aktive Förderung einer exzellenten beruflichen Bildung der Zukunft zur Aufgabe gemacht und vernetzt hierzu Institutionen ebenso wie die darin agierenden Menschen.

Mit dem InnoVET-Programm fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bundesweit Projekte mit dem Ziel, die Attraktivität, Qualität und Gleichwertigkeit der beruflichen Bildung zu steigern. Durchgeführt wird das Programm vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Weitere Informationen zu dem Projekt  >>>

Kategorie(n): Ausbildung

Change Managament begeistert Unternehmerfrauen

In einem Vortrag erfuhren die Unternehmerfrauen jetzt wie man Veränderungsprozesse im Sinne eines erfolgreichen Change Management herbeiführt.

 „Beim Change Management geht es darum, eingetretene Pfade zu verlassen“, so Personalentwickler und Unternehmensberater Robert Berkemeyer, der den Teilnehmerinnen erklärte, warum Menschen immer dieselben Wege gehen und die gleichen Vorgehensweisen suchen.

 

„Die Macht der Gewohnheit ist der stärkste Klebstoff der Welt“, so der Referent. In einem motivierendem Vortrag gab er positive und hilfreiche Impulse, um Veränderungsprozesse erfolgreich zu gestalten. Schlussendlich ging es darum, wie man die Gewohnheiten hinter sich lässt und es schafft, (Unternehmens-)Veränderungen erfolgreich zu initiieren und umzusetzen.

Kategorie(n): Aus dem Handwerk

E-Recruiting für Betriebe

Für viele Betriebe im Handwerk wird es immer schwieriger Azubis zu finden. Die Ursachen dafür sind vielfältig und reichen vom Fachkräftemangel über den Akademisierungstrend bis hin zu Imageproblemen des Handwerks.

Es gibt aber durchaus Möglichkeiten, wie Unternehmen ihre Chancen bei der Nachwuchssuche erheblich verbessern können. Ein probates Mittel ist beispielsweise das E-Recruiting.

Was sich erst einmal recht sperrig anhört, ist ganz einfach, schaut man sich die Zahlen einer Umfrage des U-Form Verlags an: Darin gaben 84,3 Prozent der Azubis beispielsweise an, dass sie Google für ihre Ausbildungsplatzsuche nutzen. 64,2 Prozent der befragten Schüler wollen sogar über Social Media Kanäle erreicht werden.

Social Media Kanäle sollten dabei aber weniger als Bewerbungsplattform gesehen werden, sondern eher als nützliches Tool, um den Entscheidungsprozess von Ausbildungsplatzsuchenden positiv zu beeinflussen. Da sind sich Marketingexperten einig.

Die Ausbildungsoffensive der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe bedient sich seit Kampagnenbeginn dieser Instrumente, um bei Schülern die Werbetrommel für das Handwerk zu rühren.

So werden nicht nur regelmäßig Postings von Schul- und Messebesuchen oder Marketing-Aktionen abgesetzt, sondern auch kleine Videos produziert. In letzteren berichten dann echte Azubis über ihre Berufswahl und plaudern aus dem Nähkästchen. „Ansprache auf Augenhöhe ist das Stichwort“, weiß Olga Marks, die mit ihrem Team die Kampagne begleitet.

Im Rahmen eines Social Medis Workshops gab das Team sein Wissen jetzt an interessierte Betriebe weiter. Mit dabei das Projekt InnoVET Bildungsbrücken, im Hause der Kreishandwerkerschaft damit beschäftigt, neue Konzepte für die Ausbildung zu entwickeln.

Im Kern ging es darum, den Betrieben aufzuzeigen, wie Stories auf instagram gepostet werden und damit ein Blick hinter die Kulissen des Unternehmens gewährt werden kann. So können sich interessierte Bewerber einen digitalen Eindruck vom Unternehmen verschaffen.

Kategorie(n): Ausbildung

Andreas Grämmel ist neuer Fleischer-Obermeister in Lippe

Die Fleischer-Innung Lippe hat gewählt. Obermeister Thorsten Schröder und Stellverterer Andreas Grämmel haben dabei ihre Ämter getauscht. Schröder bleibt in seiner Funktion als Delegierter zur Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft-Paderborn-Lippe, Kuratoriumsmitglied der Stiftung Bildung & Handwerk sowie Vorstandsmitglied des Landesverbands erhalten. Lehrlingswart bleibt Udo Holzhauer. Auch sein Stellvertreter Dirk Buddeberg wurde im Amt bestätigt. Auch Holger Meier bleibt beratendes Mitglied.

Foto-Unterzeile (v.l.): Holger Meier (beratendes Mitglied), Dirk Buddeberg (stv. Lehrlingswart), Thorsten Schröder (stv. Obermeister), Andreas Grämmel (neuer Obermeister) und Udo Holzhauer (Lehrlingswart).

 

Kategorie(n): Aus den Innungen

Brotprüfung erstmals wieder öffentlich

Die Innung für das Nahrungsmittelhandwerk Paderborn führte in diesem Jahr erstmals wieder eine öffentliche eine Brotprüfung durch.

Ein unabhängiger Prüfer der IQ Back nahm die Backwaren der Betriebe im Südring Center in Paderborn dabei genau unter die Lupe. Kriterien wie Form und Aussehen, Oberflächen und Krusteneigenschaft, Lockerung und Krumenbild, Struktur und Elastizität spielen bei der Prüfung eine Rolle; genau so wie Geruch und Geschmack. Insgesamt umfasst die Prüfung über hundert Unterpunkte.

„Die Selbstkontrolle der Bäcker stellt sicher, dass der Verbraucherschaft ein qualitativ hochwertiges Backsortiment angeboten werden kann“, so Stephan Peters, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. Ein weiteres Ziel der freiwilligen Qualitätskontrolle sei es, der Kundschaft die Unterschiede zu industriell hergestellten Produkten aufzuzeigen. „Im Rahmen der Prüfung haben die Unternehmen nicht nur die Gelegenheit, die Qualität der eigenen Produkte zu erfahren, sondern diese auch beim Verbraucher in den Fokus zu stellen“, ergänzt der Obermeister Bernd Austerschmidt.

Mit von der Partie war auch das Team der Ausbildungsoffensive Folge-deinem-ich und rührte kräftig die Werbetrommel für den Ausbildungsberuf des Bäckers.

Kategorie(n): Aus den Innungen

Wichtiges zum Ausbildungsstart

Ein wichtiger Hinweis: Bitte schließen Sie die Ausbildungsverträge für die Berufsstarter rechtzeitig und senden diese zur Eintragung in die Lehrlingsrolle an die Geschäftsstellen in Paderborn oder in Detmold. Die neueste Version des digitalen Ausbildungsvertrages steht Ihnen auf kh-online zum Download bereit. Denken Sie bitte außerdem daran, Ihre Auszubildenden an der zuständigen Berufsschule anzumelden. Für innungsübergreifende digitale Berichtsheftführung empfehlen wir das Online-Berichtsheft BloK. Weitere Informationen zum Thema „Ausbildungs- und Prüfungswesen“ sowie Ihre Ansprechpartnerinnen finden Sie unter Prüfungswesen – Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. >>>

Kategorie(n): Ausbildung

Azubi muss über bestandenen Abschlussprüfung informieren

Für Ausbildungsbetriebe ist es eine gute Nachricht: Ein aktuelles Urteil stellt klar, dass sich ein Auszubildender eine Weiterbeschäftigung nach der Lehre nicht einfach so „erschleichen“ kann.

Hintergrund: Hat der Azubi seine Abschlussprüfung bestanden, begründet der Arbeitgeber ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, wenn er den Azubi anschließend weiter beschäftigt. Durch die aktuelle Rechtsprechung muss der Ausbildungsverantwortliche jetzt zumindest davon Kenntnis haben, dass die Abschlussprüfung bestanden wurde.

Im entschiedenen Fall hatte ein Auszubildender dem Ausbildungsbetrieb die genauen Prüfungstermine nicht mitgeteilt. Er bestand die Abschlussprüfung im Juni, doch sein Ausbildungsvertrag endete erst im August – wie so oft. Dass der Azubi im Betrieb nichts von seinem Erfolg erzählte und das Unternehmen keine Information über die Termine hatte, ist ungewöhnlich. Es lag der Verdacht nahe, dass es der Azubi gezielt auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag abgesehen hatte.

Doch dem schoben die Richter einen Riegel vor. Damit wurde die bisherige Rechtsprechung zugunsten der Arbeitgeber geändert. Durch die zugelassene Revision steht allerdings noch eine höchstrichterliche Entscheidung vor dem BAG aus.

Darüber hinaus können Sie auch noch folgende Maßnahmen ergreifen:

Der Unternehmer sollte stets über die Prüfungstermine im Bilde sein. Falls notwendig sollte man die Kammer um frühzeitige Mitteilung der Termine bitten oder die Azubis selbst befragen.

Auch sollte man sich schriftlich absichern. Auszubildende, die nicht übernommen werden sollen, sollten schriftlich darauf hingewiesen werden, dass sie nach Bestehen der Abschlussprüfung nicht mehr weiterarbeiten dürfen. Dass die Info zur Kenntnisgenommen wurde, sollte man sich schriftlich bestätigen lassen.

Wenn die Abschlussprüfung naht und der Auszubildende soll unbefristet übernommen werden, sollte man beachten, dass der ehemalige Azubi bereits ab dem Tag nach der bestandenen Abschlussprüfung Anspruch auf Zahlung des Gesellenlohns hat. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man den Arbeitsvertrag schon vor der Abschlussprüfung fertig stellen.

Soll der Auszubildende befristet übernommen werden, besteht ebenfalls Anspruch auf Gesellenlohn ab dem Tag nach der bestandenen Abschlussprüfung. Der befristete Arbeitsvertrag sollte vor der Abschlussprüfung erstellt und unterschrieben werden, denn so vermeidet man das Risiko einer versehentlichen unbefristeten Übernahme durch die Weiterbeschäftigung.

Soll der Azubi gar nicht übernommen werden, sollte man alle Prüfungstermine in Erfahrung bringen, den Azubi genau über die Rechtslage informieren und ihn schriftlich dazu verpflichten, nach bestandener Prüfung nicht mehr zu arbeiten. Außerdem sollten die Prüfungsergebnisse angefordert werden.

Bei einer befristeten Übernahme lauert noch eine Falle: Grundsätzlich muss ein befristeter Arbeitsvertrag vor der Arbeitsaufnahme unterschrieben werden. Sonst kann der Arbeitnehmer auf einem unbefristeten Vertrag bestehen. Das gilt auch, wenn der Fehler nach wenigen Tagen korrigiert und ein schriftlicher Vertrag mit Befristung abgeschlossen wird.

Diese „Entfristungsfalle“ lässt sich beheben: Beim nachträglichen schriftlichen Vertrag wird das Enddatum der Befristung um wenige Tage gegenüber der mündlichen Vereinbarung geändert. Damit gilt die Änderung nicht mehr als Korrektur, sondern als eigenständiger Arbeitsvertrag. Diese Praxis wird durch ein Urteil des BAG ermöglich (Urteil vom 13.06.2007, Az. 7 AZR 700/06).

In diesem Fall einigten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer mündlich auf ein befristetes Arbeitsverhältnis vom 23.2.2004 bis zum 22.2.2005. Der Vertrag wurde erst am 26.2.2004 schriftlich geschlossen. In der schriftlichen Version wurde die Befristung aber auf den 19.02.2005 geändert.

Weil der mündliche Vertrag nicht 1 zu 1 übernommen wurde, handelte es sich um einen eigenständigen Arbeitsvertrag mit gültiger Befristung.

(LAG Berlin-Brandenburg , Urteil vom 20.4.2007, Az. 13 Sa 330/07)

Kategorie(n): Ausbildung

Nachhaltige Energiespeicherung

Nachhaltige Energiespeicherung

Handwerk gefragt bei der Umsetzung

Die Zukunft des Handwerk liegt in der Digitalisierung und in neuen, nachhaltigen Technologien. Die digitale Werkstatt des Handwerks im InnovationSPIN in Lemgo soll diese künftig direkt in die Betriebe bringen. Dabei helfen gezielte Kooperationen - beispielsweise das Innovationszentrum Dörentrup. Hier entsteht mit dem bioCO2convert-Projekt eine besonders für das Handwerk interessante Zukunftstechnologie.

In dem Projekt geht es um die Speicherung der Energie. Strom soll aus Wind- und Sonnenenergie per Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt werden. Dieser wird mit Hilfe von Kohlenstoffdioxid in Erdgas überführt. Dieses Gas kann dann mit bestehender Infrastruktur gespeichert werden.

Grundlage der aktuellen Forschung ist ein Vorgängerprojekt, in dem untersucht wurde wie Kohlenstoffdioxid genutzt werden kann, das beim Bierbrauen während der Gärung entsteht. Dafür entstand eine Anlage, die nun weiterentwickelt wird. Ziel des aktuellen Projektes ist die Automation und der Nachweis der Wirtschaftlichkeit.

„Und da kommt das Handwerk ins Spiel“, so Michael H. Lutter, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. Die automatisierten Anlagen müssten am Ende schließlich von Handwerkern eingebaut werden. Diese schon in Zeiten der Entwicklung an Bord zu haben, sei eine Win-win-Situation für beide Seiten. In diesem Zusammenhang ginge es schlussendlich auch darum, über neue Anforderungen an Berufsbilder zu diskutieren.

„Bei der Umsetzung der Energiewende sitzen Wissenschaft und Handwerk in einem Boot“, resümiert Lutter und verweist auf den InnovationSPIN, der genau diese wichtige Zusammenarbeit und Kooperation über bisherige Hürden hinweg aufgreift und in den Mittelpunkt stellt.

Kategorie(n): Digitalisierung

Azubis und Studenten bauen Tiny House

Von und miteinander lernen

Die myjob OWL wird in diesem Jahr Schauplatz eines ganz besonderen Bauvorhabens. Azubis und Studenten bauen nämlich gemeinsam im Rahmen des Projektes InnoVET Bildungsbrücken OWL ein Tiny House  live vor Ort.

Das Projekt InnoVET Bildungsbrücken hat es sich zur Aufgabe gemacht, neue Konzepte in der Ausbildung zu entwickeln - mit dem Ziel, dem Fach- und Führungskräftemangel  entgegenzuwirken. „Die berufliche Ausbildung muss für junge Menschen spannend und attraktiv sein, denn nur so begeistern wir auch die nächste Generation für eine berufliche Ausbildung und das sichert uns die Fachkräfte der Zukunft“, erklärt Jörg Briesenick von der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe.

Hinzu kommt, dass es in dem Projekt um das Lernen über Systemgrenzen hinweg gehe. „Warum sollten Auszubildende und Studierende nicht gemeinsam an Projekten arbeiten, Seminare und Vorlesungen besuchen oder gemeinschaftlich an kreativen Lösungen für herausfordernde Themen arbeiten?“, so Briesenick weiter. Das Projekt wolle dazu beitragen, die Hürden zwischen den unterschiedlichen Bildungsangeboten abzubauen und darüber hinaus hybride Bildungsformate ermöglichen sowie langfristig die Attraktivität der beruflichen Ausbildung steigern.

„Dazu werden derzeit entsprechende Lernmodule entwickelt und erprobt“, berichtet Briesenick. Ein solcher sei beispielsweise der Bau des Tiny Houses mittels eines Bausatzes, bei dem Auszubildende aus gewerblich-technischen Gewerken und Studierende aus den Fachbereichen Architektur und Ingenieurwesen kooperativ in verschiedenen Teilprojekten von und miteinander lernen.

„Der Lernträger Tiny House fordert kreative Lösungen geradezu heraus und biete mit Themenschwerpunkten wie Konstruktion, Fassaden- und Innengestaltung, Smart-Home-Systeme und erneuerbare Energien exzellente Möglichkeiten, zu unterschiedlichen Themenbereichen gemeinsame Lernerfahrungen zu realisieren“, berichtet Briesenick. Praktische Kompetenzen der dualen Ausbildung und akademische Lerninhalte würden sich dabei in idealer Weise ergänzen.

Die neuen, gemeinsamen Lernformate seien somit eine Antwort auf die Anforderungen der Welt von morgen, denn sie ermöglichen Lernen nicht nur an realen Orten, sondern auch ganzheitlich und in Sinnzusammenhängen.

In einem ersten praktischen Lernmodul werden sich Auszubildende und Studierende auf der myjob OWL vom 13. bis 15. Mai 2022 mit dem Thema Konstruktion auseinander setzen.

In dem Projekt InnoVET Bildungsbrücken OWL hat sich die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe gemeinsam mit dem Eigenbetrieb Schulen des Kreises Lippe, der Lippe Bildung eG und der Technischen Hochschule OWL zusammengeschlossen.

3-D Ansicht des Tiny Houses >>>

Mehr zum Projekt InnoVET Bildungsbrücken OWL >>>

Zur myjob OWL >>>

 

Kategorie(n): Ausbildung
KH Paderborn Lipp